Eine Sicherheitslücke in der weit verbreiteten Software Log4j bedroht eine noch nicht abzuschätzende Anzahl von Unternehmen und auch Privatnutzern. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat die höchste Warnstufe 4 bzw. Rot verhängt. Die Java-Bibliothek Log4j ist Teil von sehr vielen Java-Anwendungen, betroffen sind Google, IBM, Cloudflare, Amazon Web Services, Twitter und tausende andere große und kleine Unternehmen und darüber hinaus auch Privatanwender oder Mitarbeiter im Homeoffice. Sogar die NSA ist betroffen.
Das BSI bezeichnet die Bedrohungslage als „extrem kritisch“, auch, weil es enorm einfach sei, die Schwachstelle auszunutzen. Sie erlaube das Ausführen von beliebigem Code. Der Spiegel spricht von einem Rennen zwischen guten und bösen Hackern, denn Sicherheitsupdates werden nun nach und nach implementiert, solange diese aber fehlen, sind Systeme von Angreifern leicht zu attackieren. Das BSI hat einen Katalog mit Sofortmaßnahmen veröffentlicht. Nicht zwingend benötigte Systeme sollten abgeschaltet und Netzwerke segmentiert werden. Außerdem sollten ein- und ausgehende Verbindungen protokolliert werden.
Das BSI stuft seine Warnmeldung zu #log4j auf Warnstufe Rot hoch. Unternehmen und Organisationen sollten Abwehrmaßnahmen schnellstmöglich umsetzen und Detektions- und Reaktionsfähigkeiten erhöhen. Mehr dazu unter: https://t.co/Xx7CoLIyln #DeutschlandDigitalSicherBSI #log4shell
— BSI (@BSI_Bund) December 11, 2021
Die Sicherheitslücke werde bereits aktiv von Kriminellen genutzt, die nicht einzelne Geräte, sondern ganze Server angreifen. Und das funktioniert vergleichsweise problemlose, da schon wenige Code-Zeilen ausreichen, um die Schwachstelle auszunutzen. Wer etwa im Chat des Videospiels Minecraft die richtige Zeichenfolge eintippt, kann den gesamten Server übernehmen, zeitweilig konnte man in Apple iCloud-Systeme eindringen, wenn man sein iPhone mit der richtigen Ziffernfolge umbenannte. Zudem wird das Problem wohl noch große Auswirkungen haben, denn Angreifer können mittels der Log4j-Schwachstelle jetzt Hintertüren einbauen, um sie künftig zu nutzen. „Die eigentlichen Angriffe erfolgen sicherlich erst Wochen oder viele Monate später“, warnt Rüdiger Trost von F-Secure im Spiegel. Weiteres Problem: Die Schwachstelle besteht offenbar schon länger, bekannt wurde sie nun, als sie auf den Minecraft-Servern auffiel.
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