Eine neue Richtlinie von Twitter wird offenbar zum Bumerang: Seit Kurzem ermöglicht der Dienst Personen, Bilder und Videos, auf denen sie zu sehen sind, löschen zu lassen. Das nutzen Rechtsextreme nun wiederum, um Bilder entfernen zu lassen, die sie bei öffentlichen Veranstaltungen wie Hasskundgebungen zeigen. Dies sollte eigentlich gar nicht möglich sein, denn Bilder von öffentlichen Ereignissen sind von der neuen Regel offiziell nicht betroffen.
Neonazis und Anhänger rechter US-Gruppen gehen dabei aber noch einen Schritt weiter, wie die Washington Post berichtet. Sie nutzen Dienste wie etwa Telegram, um Nutzer ausfindig zu machen, die etwa White-Supremacy-Anhänger entlarven wollen. Mit der neuen Richtlinie versuchen sie dann nicht nur, entsprechende Fotos und Videos zu entfernen, sondern auch die Konten der Extremismus-Forscher sperren zu lassen.
In einem Statement erklärte Twitter-Sprecher Trenton Kennedy, dass man mit einer erheblichen Menge an böswilligen Meldungen konfrontiert sei und dass die Twitter-Teams, die sich um deren Bearbeitung kümmern, diverse Fehler gemacht hätten. Etwa ein Dutzend falsche Anschuldigungen seien bei Twitter eingegangen, man wolle zu einem späteren Zeitpunkt weitere Details veröffentlichen. Eigentlich sei die neue Richtlinie eingeführt worden, um den Missbrauch von Twitter für Hassrede und Angriffe zu reduzieren. Einige der fälschlicherweise gesperrten Konten habe man wieder rehabilitiert, mehrere Aktivisten melden aber nach wie vor gesperrte Konten.
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