Vor drei Monaten startete die Autobahngesellschaft des Bundes eine eigene Autobahn-App. So richtig herumgesprochen hat sich das bislang noch nicht, für das kommende Jahr plant die Gesellschaft aber bereits eine Weiterentwicklung und Veröffentlichung als Autobahn-App 2.0. Die App soll dann „noch nutzerfreundlicher und serviceorientierter“ werden, wie Golem einen Sprecher der Autobahn GmbH zitiert. Bislang sei die App 420.000 mal installiert worden, für das Update soll der Grundsatz „Evolution statt Revolution“ gelten.
So sollen etwa „dynamische Informationen“ für Lkw-Fahrer eingeführt werden, die zum Beispiel freie Stellplätze anzeigen. Generell soll die App bessere Informationen über die aktuelle Verkehrslage bieten, über Umleitungen informieren oder Baustellen anzeigen. Außerdem wird angezeigt, wo sich Ladesäulen für Elektroautos befinden. Das größte Problem aber: Die Autobahn-App hat keine eigenständige Zielführung, sondern nur die Routenplanung mit anschließender Navigation durch einen Drittanbieter – also zum Beispiel Google Maps.
Genau das ist der Grund für die harsche Kritik an der App. Die Bewertungen im App Store sind unterdurchschnittlich, die User halten die App für überflüssig. Die Entwicklung hat den Bund 1,2 Millionen Euro gekostet. Der Grünen-Verkehrspolitiker Stefan Gelbhaar ist in seinem Urteil deutlich: „Mehr als eine Million Euro für eine App ohne jeglichen Mehrwert – das ist eine Posse und damit ein Fall für den Rechnungshof.“
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