Es läuft nicht bei Facebook. Am vergangenen Wochenende gab es einen stundenlangen Totalausfall aller Unternehmensportale, dann packte die Whistleblowerin Frances Haugen aus und warf dem Konzern vor, Profitgier vor die Sicherheit der Nutzer zu stellen, was prompt zu neuen Regulierungsforderungen führte. Und ganz nebenbei hat Facebook auch noch mit einem Datenleck zu kämpfen, das sich gewaschen hat, das in der öffentlichen Wahrnehmung aber fast untergegangen ist.
Das Cybersecurity-Portal Privacy Affairs berichtet, dass aktuell 1,5 Milliarden Datensätze von Nutzern im Darknet feilgeboten werden – das ist mehr als die Hälfte der weltweiten Facebook-Nutzer. Die Datensätze umfassen Namen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen, die Nutzer-ID oder den Wohnort. Immerhin: Passwörter sollen nicht dabei sein. Kurios: Das riesige Datenpaket basiert nicht mal auf einem Hack. Die Daten wurden offenbar via Scraping gesammelt. Dabei werden mit speziellen Tools öffentlich zugängliche Informationen zusammengetragen.
Für Werbetreibende sind die Pakete interessant, weil sie damit sehr gezielt Anzeigen ausspielen können. Aber auch Kriminelle freuen sich über die Daten, weil sie damit Phishing-Attacken starten können, um wirklich sensible Daten wie etwa Banking-Zugänge abzugreifen. Privacy Affairs geht davon aus, dass die Daten echt sind. Es hätten sich aber auch schon verärgerte Käufer gemeldet, die nach der Zahlung keine Datenpakete erhalten haben sollen.
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