Obwohl digital, produzieren sie Elektroschrott am Fließband: Kryptowährungen. Durch das Bitcoin-Schürfen entstehen jedes Jahr 23.000 Tonnen Elektroschrott. Zu diesem Ergebnis kommen die Wissenschaftler Alex de Vries und Christian Stoll in der Studie „Das wachsende Elektroschrott-Problem des Bitcoin“. Der Schrott fällt zum Beispiel dann an, wenn die Hardware in den Kryptofarmen ausgetauscht werden muss. Sobald die Spezialcomputer in den Rechenzentren veraltet sind, landen sie oft auf dem Müll – und das passiert in der Hardware-Industrie schnell.
Bei der Berechnung der Forscher ergebe sich pro Bitcoin-Transaktion eine Menge von 272 Gramm Elektroschrott. Als Berechnungsgrundlage dienen dabei verschiedene Parameter, etwa die Anzahl geschürfter Bitcoin pro Tag, die verwendete Hardware, die Rechenleistung der Bitcoinfarmen und die Lebensdauer der Hardware – ein Jahr und vier Monate, so die Forscher. 202 Gramm entspreche also ungefähr zwei iPhone 13 mini, so der Spiegel. Das mache täglich etwa eine halbe Million verschrottete Smartphones.
Ausgangspunkt für die Studie sei der Umstand gewesen, dass beim Bitcoin bislang vor allem auf die Energiekosten geschaut werde. „Die Menschen vergessen oft, dass das Bitcoin-Netzwerk nicht nur viel Energie schluckt, sondern auch Millionen hoch spezialisierter und kurzlebiger Geräte nötig sind“, so de Vries gegenüber dem Spiegel. Die Wissenschaftler fordern, die Methode der Bitcoin.-Erzeugung umzustellen, um die Produktion klimafreundlicher zu machen. Es brauche laut Christian Stoll auch eine Reform des Bitcoin-Algorithmus und eine höhere Recyclingquote. Allerdings betont Stoll, dass Bitcoin „absolut gesehen nur für einen kleinen Teil des globalen Elektroschrott-Problems verantwortlich“ sei. Dies gelte auch für den Strombedarf.
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