Der Wegbereiter: Bitcoin
Bitcoin ist die bekannteste und wertvollste Kryptowährung der Welt. Derzeit (Stand: 25. Mai 2021) ist eine Bitcoin fast 40.000 Euro wert. Noch wenige Wochen zuvor war sie fast doppelt so viel wert – das Thema Volatilität sehen wir uns weiter unten noch etwas genauer an). Bitcoin ist quasi die Mutter aller Kryptos. Aufgrund ihres hohen Marktanteils werden alle weiteren Vertreter auch gern „Altcoins“ genannt, also „Alternative zu Bitcoin“. Entwickelt hat die Währung Satoshi Nakamoto (ein Pseudonym) bereits 2007, 2009 wurde sie veröffentlicht. Im Frühjahr 2021 befinden sich knapp 19 Millionen Bitcoins im Umlauf. Obwohl die Maximalversorgung nur 21 Millionen beträgt, wird diese Marke voraussichtlich erst im Jahr 2140 erreicht werden, da das Mining von Bitcoins mit jedem neu verfügbaren Coin immer mehr Rechenleistung verlangt.
Der Witz: Dogecoin
Die derzeit wohl spannendste Kryptowährung ist eigentlich ein Witz. 2013, als der Kryptoboom einen ersten Höhepunkt erreichte, hatten die Programmierer Billy Markus und Jackson Palmer eine Idee: Grundlage war das berühmte Meme eine Shiba-Inu-Hundes, der nicht buchstabieren kann. Das Meme inspirierte die Programmierer zur Parodie aller Kryptowährungen, die auf den Markt gespült wurden – die Dogecoin (Doge als falsche Schreibweise für Dog) war geboren. Diese sollte eigentlich bewusst nutzlos sein und aufzeigen, wie wertlos Kryptowährungen sind. Lange Zeit war Dogecoin auch ziemlich nutzlos, über Jahre lag der Wert nur bei einem Bruchteil eines Dollar-Cents. Die Erfinder wendeten sich bald von ihrer Währung ab, 2015 verkaufte Markus seine Coins.
Doch Ende 2020 ist aus dem Spaß mehr geworden. Am 20. Dezember twitterte Tesla-Gründer Elon Musk:„One Word: Doge“. Und seitdem steigt der Kurs der Dogecoin quasi kontinuierlich. Immer neue Musk-Tweets befeuern die Entwicklung, die Währung hat ihren Kurs in einem halben Jahr um Tausende Prozent erhöht und steht aktuell bei etwa 0,40 US-Dollar. Die einstigen Erfinder finden das gar nicht so lustig und weisen auf die Unsicherheit hin. In einem Brief an die Community schrieb Billy Markus bezüglich der Programmierung von Dogecoin: „Der Großteil der Zeit ging dafür drauf, den Client so zu verändern, dass die Schrift in Comic Sans ausgespielt wurde“. Echte Fans lassen sich von der Hunde-Währung aber nicht abbringen: Jüngst wurde eine Petition ins Leben gerufen, Dogecoin als Zahlungsmittel bei Amazon zu akzeptieren. Unterzeichnet haben diese mittlerweile 230.000 Menschen!
Wertschwankungen
Die Risiken, viel Geld mit Dogecoin zu verlieren sind real, denn genauso schnell wie die Währung steigt, kann sie auch wieder fallen. Als die chinesische Notenbank Mitte Mai ankündigte, Kryptowährungen nicht zuzulassen, halbierte sich der Dogecoin-Kurs – und auch für andere Kryptos ging es steil nach unten, wie etwa der Spiegel berichtete. Denn die digitalen Währungen sind enorm volatil. Eine Nachricht wie die der chinesischen Notenbank reicht, um den Wert in kürzester Zeit um Milliarden Euro zu drücken und es muss nicht einmal so eine „große“ Ankündigung sein.
Jedes Mal, wenn Elon Musk sich auf Twitter äußert, schrillen bei Anlegern die Alarmglocken, denn seine Aussagen haben derart viel Gewicht, dass sie nicht nur einer Witzwährung wie Dogecoin zum Steigen und Sinken des Kurses verhelfen. Selbst Bitcoin musste gehörig Federn lassen, als Musk andeutete, Bitcoin-Bestände verkaufen zu wollen. Als er dann wiederum bei Twitter klar stellte, dass man nicht vorhabe, Bitcoins zu verkaufen, ging der Kurs umgekehrt wieder nach oben.
Hodl?
Wer in den Kryptomarkt einsteigen will, sollte sich das also genau überlegen, denn genauso schnell, wie man viel Geld gewinnen kann, kann man viel Geld verlieren. Wie beim Aktienhandel gilt: Auskennen ist besser als Ausprobieren! Anlegemöglichkeiten gibt es ähnlich wie auf dem Aktienmarkt genug. Wer sich mit der Materie beschäftigt, wird aber relativ schnell auf den Begriff „HODL“ stoßen. Dieser geht auf das Jahr 2013 zurück, auf ein Posting in einem Bitcoin-Forum. Ein Nutzer wolle seine Coins nicht verkaufen, sondern behalten, obwohl der Kurs gerade eingebrochen ist. Er sei ein lausiger Händler. Zudem war er betrunken, als er den Post abgesetzt hat. Dessen Titel lautete: „I AM HODLING“. Eigentlich wollte er „holding“ schreiben.
Nur Minuten später erschienen die ersten Memes im Netz, der Post ging viral und bis heute sprechen nun Krypto-Anleger von „Hodl“, wenn sie ihre Coins halten, statt sie zu verkaufen. Mittlerweile hat sich sogar ein Akronym aus „Hodl“ entwickelt: „Hold on for dear life“, was in etwa „gut festhalten“ heißt. Das ist vielleicht nicht die schlechteste Idee, wenn der Bitcoin-Kurs mal wieder einbricht.
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