Über eine Gruppe im Messenger Telegram bot die sogenannte German Refund Crew einen „Rundum-Service inklusive Coaching und Telefon-Service für die Rückerstattung“ an – dabei handelte es sich jedoch um einen organisierten Betrug mit Retouren, wie das C’t Magazin aufgedeckt hatte. Die Betrüger hatten Schnäppchenjäger im Visier – für diese bestellten sie Waren bei verschiedenen Online-Händlern und Plattformen, täuschten deren Rücksendung vor und ließen sich dann den zuvor gezahlten Betrag erstatten. Dabei sollen sie u. a. die Tatsache ausgenutzt haben, dass Paketservices coronabedingt die Zustellung von Waren nicht per Unterschrift quittierten. Für ihren Service verlangten sie zwischen 23 bis 27 Prozent des Warenwertes.
Im Oktober 2020 rief die Betrugsmasche das Bundeskriminalamt auf den Plan, das die Telegram-Gruppe übernahm und schloss und Ermittlungen gegen einen Hauptverdächtigen einleitete. Dieser führte die Behörde auf die Spur von sieben weiteren verdächtigen Männern im Alter von 20 bis 37 Jahren. Ihnen wirft das BKA unter anderem banden- und gewerbsmäßigen Computerbetrug und Datenhehlerei vor und durchsuchte nun mehrere Wohnungen der Verdächtigen in Brandenburg, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, wie die Behörde mitteilt. Bei den Durchsuchungen habe man zahlreiche Smartphones und andere digitale Beweismittel, betrügerisch erlangte Waren sowie Bargeld und Kryptowährungen gefunden. Auch sechs weitere Telegram-Accounts seien übernommen und gesichert worden.
Insgesamt soll die Gruppe über 600 Betrugstaten begangen und einen Gesamtschaden von über 500.000 Euro verursacht haben. Nun drohen ihnen Freiheitsstrafen zwischen sechs Monaten und zehn Jahren.
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