Ende 2020 wurde die EU-Arzneimittelbehörde Ema (European Medicines Agency) gehackt. Dabei wurde unter anderem auch auf Corona-Impfstoff-Dokumente von Biontech zugegriffen. Laut Ema wurde bei dem Cyberangriff auf „eine begrenzte Anzahl von Dokumenten, die Dritten gehören“, zugegriffen. Recherchen des niederländischen „De Volkskrant“ haben nun neue Informationen ans Tageslicht gebracht, wie der Spiegel berichtet. Nicht namentlich genannte Quellen geben an, dass es sich offenbar um russische Hacker handelte, die mit gefälschten E-Mails Einblick in den E-Mail-Verkehr der Ema erlangt haben sollen.
Mehr als einen Monat lang sollen die Hacker so Zugang zum System der Ema gehabt haben. Deren Interesse soll weniger im Biontech-Impfstoff selbst bestanden haben, sondern vor allem darin, welche Länder Impfstoffe in welchen Mengen kaufen. Eine der Quellen nennt es „klassische Wirtschaftsspionage“. Es sei weniger darum gegangen, Daten zu leaken und eine Desinformationskampagne zu starten. Vielmehr, so geht aus dem Artikel hervor, wollten die Hacker Einblick in die europäische Impfstrategie erhalten.
Schon im Frühjahr des vergangenen Jahres soll es zudem einen großen Cyberangriff auf die Arzneimittelbehörde gegeben haben. Damals hätten sich chinesische Spione Zugang zu den Servern beschafft. Die Ema kommentiert die Veröffentlichungen von „de Volkskrant“ bislang nicht. Auch aus Russland kommt bislang keine Stellungnahme. Der Hack sei übrigens aufgeflogen, als ein System-Manager die Log-Daten der Behörde prüfte und entdeckte, dass sich ein Mitarbeiter regelmäßig außerhalb der Bürozeiten einloggte.
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