Die großen Dystopien in Film und Fernsehen haben oft eines gemeinsam: Megakonzerne haben Staaten und Staatenbünde als federführende Gesellschaftsverwalter abgelöst. Ob nun im legendären „Blade Runner“ oder ganz aktuell im Game-Blockbuster „Cyberpunk 2077“, riesengroße Konzerne leiten die Geschicke der heruntergekommenen futuristischen Welt, in der Regel sind es Giganten aus den USA oder aus Asien. Europa? Nö. Selbst in der aktuellen Netflix-Serie „Tribes of Europa“ – eine der neuen deutschen Produktionen des Streaming-Anbieters – liegt die Hoffnung auf Aufklärung nicht in Europa selbst, sondern im Westen.
Von hier nun auf den digitalen Status Quo überzuleiten, ist zugegebenermaßen eine Herausforderung, aber im Grunde geht es darum: Denken wir an Technologisierung, denken wir an Weltkonzerne mit Macht, denken wir an Relevanz über die eigenen Grenzen hinweg, dann denken wir an die USA, an China. Amazon, Facebook, Google, Apple und Microsoft dominieren das digitale Leben, samt und sonders Big-Tech-Konzerne aus den USA. Alibaba oder Huawei streben dorthin. Aus Europa strebt hier gar nichts, darum fühlen sich Angela Merkel und die Regierungschefinnen aus Dänemark, Estland und Finnland auch bemüßigt, an Ursula von der Leyen zu appellieren, digital aufzuholen.
Kommentar schreiben