Weltweit verbreitet sich parallel zur Coronapandemie eine „Infodemie“ – Falschnachrichten und Verschwörungstheorien rund um das Coronavirus haben Hochkonjunktur. Faktencheck-Organisationen wie die „CoronaVirusFactsAlliance“ kämpfen dagegen an. Diese ist ein Zusammenschluss von 99 Faktencheck-Redaktionen aus mehr als 70 Ländern. In einer Online-Datenbank tragen sie Artikel zusammen und visualisieren, wie die Infodemie um sich greift.
Der Spiegel zeigt das exemplarisch an einem einfachen Beispiel: Am 19. März 2020 gingen Notrufe bei der Polizei in Wien ein. Hubschrauber würden über Wien fliegen und Chemikalien verbreiten. WhatsApp-Kettenbriefe und Facebook-Posts hätten gewarnt, dass mit Helikoptern Desinfektionsmittel versprüht werde. Das war freilich eine Falschmeldung. Die gleiche Meldung hatte es fast gleichzeitig auch in Argentinien, Venezuela, den USA, Spanien, Indien, Großbritannien und anderen Regionen gegeben.
In der Datenbank der „CoronaVirusFactsAlliance“ kann jeder nach widerlegten Falschmeldungen suchen, gleichzeitig können Faktenchecker weltweit das gesammelte Wissen nutzen. Etwa 11.000 Falschmeldungen finden sich in der Datenbank, darunter auch Kuriositäten wie etwa, dass Infrarot-Thermometer Hirnschäden verursachen. Andere Organisationen richten sich bei TikTok direkt an Jugendliche oder versuchen, Menschen zu erreichen, die im Internet noch wenig bewandert sind. Die Arbeit der Faktenchecker scheint erfolgreich zu sein. Die Wiener Helikopter-Geschichte erschien 15 Wochen später ein letztes Mal auf den Philippinen. Seitdem ist die Meldung nicht mehr aufgetaucht.
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