Facebook-Werbekunden sollen in Bezug auf die potenzielle Reichweite ihrer Anzeigen falsche Angaben des Konzerns erhalten haben. Entsprechende Auskünfte über die Reichweite nutzen viele Werbetreibende zur Budgetplanung bzw. Entscheidung, ob sie überhaupt Facebook Ads schalten wollen oder nicht. Die Schätzungen zur Reichweite, die ihnen angezeigt wurden, sollen jedoch bewusst auch Fake-Accounts und Duplikate enthalten haben, schreibt Der Standard mit Verweis auf die Financial Times über eine Klage gegen den Konzern. „Facebook wusste seit Jahren, dass seine potenzielle Reichweite irreführend war – und hat diese Tatsache verschwiegen, um seinen eigenen Gewinn zu bewahren“, lautet demnach der Vorwurf an den Social-Media-Giganten.
In den nun dazu veröffentlichten Gerichtsakten heißt es weiter, dass Mitarbeiter Unternehmens auf die fehlerhaften Schätzungen von Werbereichweiten hingewiesen haben. Auch hätten sie davor gewarnt, dass Einnahmen eingegangenen seien, die Facebook so nicht zustünden. Aufgefallen waren die fehlerhaften Zahlen etwa, weil in bestimmten US-Bundesstaaten eine höhere potenzielle Reichweite ausgewiesen worden war, die größer als die dort lebende Bevölkerung war. Die Konzernführung habe damit argumentiert, dass die Angaben Schätzungen seien.
In der Zwischenzeit habe Facebook die Grundlage angepasst, auf der Reichweiten ausgewiesen werden. Falsche oder doppelte Profile seien aber noch enthalten. Darüber hinaus habe Facebook die Vorwürfe zurückgewiesen und wolle sich „energisch dagegen verteidigen“.
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