Die neue EU-Finanzkommissarin Mairead McGuinness steht Payment-Diensten wie Google Pay, Apple Pay, Alipay oder WeChat Pay offenbar skeptisch gegenüber. Vor allem die Ambitionen der hinter diesen Diensten stehenden Konzerne bereiten ihr offenbar Sorgen: „Wer die Zahlungssysteme kontrolliert, kontrolliert zunehmend unsere modernen, hoch digitalisierten Volkswirtschaften“, gibt McGuinness Heise Online zufolge zu bedenken.
Umso schwerer dürfte der Fakt wiegen, dass die in der EU genutzten Dienste nicht aus Europa kommen. Zahlungsdienste seien mittlerweile eine „Goldgrube für Daten“, wie Heise Online schreibt. „Jeder, der Zugang zu diesen Daten hat, weiß sehr viel über unseren Geschmack, unsere Vermögensverhältnisse und unsere Gewohnheiten“, erklärt die EU-Finanzkommissarin. Gerade die Unternehmen, „die oft zu den größten der Welt gehören und die von Daten leben“, seien sich dessen bewusst. Immer mehr Konzerne hätten sich für Zahlungen interessiert und erwerben mitunter sogar Lizenzen von Zahlungsdienstleistern.
Nun fordert Mairead McGuinness schärfere Kontrollen, um der Revolution im Zahlungsverkehr entgegenzuwirken. Gleiche Wettbewerbsbedingungen seien bedeutender als je zuvor. Konzerne, die in den Zahlungsverkehrsmarkt einsteigen, müssten „dem gleichen Regulierungs- und Aufsichtsniveau unterworfen werden“. Gleichzeitig forderte die Finanzkommissarin, dass die „fragmentierte europäische Realität“ von Diensten, die sich innerhalb der Union nicht grenzüberschreitend nutzen lassen, ändern müsse.
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