Donald Trump versucht gerade verzweifelt, die US-Wahl noch irgendwie zu seinen Gunsten umzubiegen. Auf seine Lieblingsplattform Twitter kann er sich dabei nicht mehr verlassen. Der Kurznachrichtendienst versieht mittlerweile fast alle seine Tweets mit Hinweisen auf falsche oder nicht belegte Angaben. Davon profitiert offenbar der funktional ähnliche Dienst Parler. Das – nach eigenen Angaben – konservative soziale Netzwerk hat derzeit einen enormen Zulauf. Basierend auf Daten von SensorTower, die The Verge ausgewertet hat, wurde die Parler-App zwischen dem 3. November (US-Wahltag) und dem 8. November rund 980.000 Mal heruntergeladen. Allein 636.000 Downloads wurden dabei am vergangenen Sonntag getätigt.
Das hat dafür gesorgt, dass die App sowohl im iOS App Store als auch bei Google Play auf dem ersten Platz steht. Am 2. November war es noch Platz 1.023 im iOS Store und Platz 486 im Google Play Store. Insgesamt wurde Parler allein in den USA 3,6 Millionen Mal heruntergeladen. Parler ist dabei eine der zentralen Anlaufstellen für konservative Proteste gegen den Wahlausgang, prominente Konservative und Trump-Freunde haben laut The Verge für einen Umstieg auf das Netzwerk geworben. Gleichzeitig soll Parler eine Anlaufstelle für rechte und rechtsextreme Verschwörungstheorien sein.
Der Zulauf ist dabei kein Zufall. Parler wurde 2018 vom Trump-Unterstützer und Waffen-Fan John Matze gegründet, wie die Taz schreibt. Er bezeichne sich selbst als „Techno-Faschisten“ und „Hüter der Wahrheit“. Während Facebook und Twitter seit Monaten gegen Falschbehauptungen über die Wahl und die Verbreitung von Verschwörungstheorien vorgehen, wird bei Parler kaum moderiert – obwohl die Richtlinien kürzlich dahingehend angepasst werden mussten.
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