Google sieht sich seit der vergangenen Woche einer beispiellosen Kartellklage in den USA gegenüber. Es geht dabei um die erdrückende Marktdominanz der Google-Suche. Ein pikantes Geschäft scheint dabei von besonderem Interesse für die Ermittler zu sein: Google und Apple sind eigentlich Konkurrenten, die Google-Suche ist auf Apple-Geräten trotzdem die voreingestellte Standardsuche. Das ist schon seit Jahren der Fall, im Jahr 2017 wurde der „Deal“ zwischen Apple und Google offenbar erneuert.
Die New York Times berichtet nun, dass Apple dafür zwischen acht und zwölf Milliarden US-Dollar von Google erhalte – pro Jahr! Dies entspreche bis zu 21 Prozent der jährlichen Gewinne des iPhone-Konzerns. Das Abkommen sei für die Staatsanwalt ein Beweis für die illegalen Absprachen von Google. Sollte es dem Suchmaschinen-Riesen in Zukunft tatsächlich verboten werden, derartige Geschäfte auszuhandeln, wäre das nicht nur für Google, sondern auch für die Kooperationspartner ein schwerer Schlag – Apple könnte so immerhin ein Fünftel seines Gewinns entgehen. Google wiederum verlöre die Reichweite, die über Apple-Geräte generiert wird.
Das Verfahren könnte bahnbrechende Dimensionen erreichen. Einerseits könnte Google bei einem entsprechenden Urteil einen großen Anteil der aktuellen Reichweite einbüßen, andererseits dürfte es entsprechende Geschäfte nicht nur mit Apple geben. Die Google-Suche ist nicht nur auf iOS die am meisten genutzte Suchfunktion. Viele beliebte Internetbrowser, etwa Firefox oder Opera, nutzen ebenfalls standardmäßig die Google-Suche, ganz zu schweigen von Milliarden Smartphones mit Android-Betriebssystem.
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