Ein Algorithmus kann per se nicht rassistisch sein. Er kann aber gewisse Dinge bevorzugen und andere vernachlässigen, wenn er mit entsprechenden Daten gefüttert wird. Dieses Problem manifestierte sich am Wochenende massenwirksam beim Kurznachrichtendienst Twitter. Aufgrund einer ähnlich gearteten Fehlfunktion beim Videokonferenzdienst Zoom haben Twitter-Nutzer entdeckt, dass ein Algorithmus offenbar weiße Gesichter gegenüber solchen von schwarzen Personen bevorzugt, wie Heise berichtet.
Ausgangspunkt der Debatte war der Doktorand Colin Madland. Dieser wollte auf Twitter eine Fehlersuche in Zoom dokumentieren. Einem seiner Kollegen wurde immer der Kopf abgeschnitten, wenn ein virtueller Hintergrund für Videokonferenzen genutzt wurde. Die Software erkannte das Gesicht des schwarzen Mannes offenbar. Kurios wurde es dann, als er seine Entdeckung auf Twitter teilen wollte. Wer die Bilder auf dem Smartphone nicht anklickte, um sie in Gänze zu sehen, wusste überhaupt nicht, worum es geht, den auch der Twitter-Algorithmus beschnitt die Bilder so, dass das Gesicht des Mannes zunächst nicht zu sehen war.
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