Der Verdacht gegen den Lizenz-Discounter Lizengo hat sich offenbar erhärtet: Die Staatsanwaltschaft Köln habe am 18. August dieses Jahres einen Polizeieinsatz gegen das Unternehmen angeordnet, berichtet Heise Online. Dabei seien Privat- und Büroräume der Geschäftsführung durchsucht und Daten sowie Datenträger sichergestellt worden. Um wen es sich bei den Beschuldigten konkret handelt, wolle die Staatsanwaltschaft nicht nennen, da die Ermittlungen noch laufen.
Wie Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer gegenüber der Heise-Publikation C’t erklärt, habe man „Durchsuchungen bei einem Online-Händler durchgeführt, dessen Verantwortlichen und weiteren Beschuldigten vorgeworfen wird, im Jahr 2019 in Märkten Produktschlüssel als angebliche ‚Lizenzen‘ für Computerprogramme eines amerikanischen Softwareherstellers, der Anzeige erstattet hat, verkauft zu haben, ohne den Käufern ein tatsächliches Nutzungsrecht an den Computerprogrammen eingeräumt zu haben“.
Lizengo habe die Durchsuchungen seiner Räume gegenüber C’t bestätigt. Dass es sich bei dem „amerikanischen Softwarehersteller“ um Microsoft handelt, sei dem Magazin zufolge naheliegend – der Windows-Hersteller hatte 2019 bestätigt, rechtliche Schritte gegen den Lizenz-Discounter eingeleitet zu haben.
Der Online-Händler vertreibt unter anderem Aktivierungsschlüssel für Microsoft-Produkte weit unter den Verkaufspreisen des Herstellers. Das machen zwar auch einige andere Lizenzhändler, aber Lizengo hatte es mit seinen Angeboten in den stationären Einzelhandel geschafft. Die sogenannten „Lizengo-Cards“ hingen neben Gutscheinkarten für Mobilfunktarife oder Netflix-Abos in Filialen der Edeka-Kette.
C’t hatte Microsoft darauf aufmerksam gemacht. Bei einer Kontrolle der Herkunft der Aktivierungsschlüssel zeigte sich: Sie waren teilweise nur für den Vertrieb in China vorgesehen, ein anderer Key habe zu einem Volumenlizenzvertrag gehört, der im Namen der Universität in Bulgarien abgeschlossen wurde.
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