Halbjährlich legen die großen Social-Media-Plattformen ihre Bilanz zum Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) vor. Erstmals hat auch die Kurzvideo-Plattform TikTok einen Transparenzbericht nach NetzDG-Anforderungen vorgelegt. Insgesamt habe TikTok in den ersten sechs Monaten des Jahres 141.830 Beschwerden über Straftaten erhalten. Dabei wurden gut 97.000 Beschwerden von Nutzern eingereicht und gut 44.000 von institutionalisierten Beschwerdestellen, wie Heise berichtet.
Mit Abstand die meisten Beschwerden (etwa 28.000) bezogen sich auf Beleidigungen, jeweils 12.000 bis 13.000 handelten von verfassungswidrigen Propagandamitteln, Volksverhetzung oder Kinderpornographie. Maßnahmen ergriff TikTok in 14.600 Fällen, also bei etwa zehn Prozent der Beschwerden. Der erste Bericht, den TikTok für Juli bis Dezember 2019 vorlegte, enthielt noch eine sehr geringe Anzahl an gemeldeten Fällen.
Bei YouTube und Facebook ist die Anzahl der gemeldeten Fälle im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2019 offenbar sehr stark angestiegen. YouTube verzeichnete 388.824 Eingaben – von Juli bis Dezember waren es noch 277.478. Entfernt habe man davon etwa 90.000 Inhalte. Bei Facebook waren es nur 4.292 Meldungen über 6.038 Inhalte – 2.308 Beiträge habe man gelöscht bzw. gesperrt. Facebook nutzt allerdings einen „gesonderten Meldeweg“ – ein spezielles Formular, weshalb die Zahl der Meldungen im Vergleich sehr gering ist. Bei Twitter ist die Zahl der eingegangen Meldungen indes zurückgegangen: Von 843.527 in der zweiten Jahreshälfte 2019 auf diesmal 765.715. Maßnahmen ergriff Twitter in etwa 122.000 Fällen. Die hohe Zahl dürfte damit zu erklären sein, dass es sehr einfach ist, einen Tweet bei Twitter zu melden.
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