Der Deutsche und sein Gemeckere
Das Wetter, die Fußballergebnisse, dass Grün das neue Pink sein soll – wir Deutsche haben ja diese zweifelhafte Gabe über wirklich noch so jede Kleinigkeit zu meckern und das Schlechte zu finden. Das war natürlich auch in der Coronazeit nicht anders. Als die Geschäfte, Schulen, Kitas, Restaurants etc. geschlossen wurden, war der Aufschrei groß. Dann kam die Maskenpflicht, die Bundesliga nahm ihren Betrieb wieder auf und nun also die Corona-App. Scheinbar ist auch hier bei einem Teil der Bevölkerung die Grundeinstellung „anti”.
Hinterfragen und nicht alles wortlos hinnehmen ist richtig und wichtig, aber muss man alles direkt in der Luft zerreißen? Vielleicht können wir nur ab und zu mal versuchen, das Positive an einer Sache zu sehen und die Vorteile hervorzuheben. Die App könnte dafür sorgen, das Virus einzudämmen, Tausenden das Leben zu retten, unseren Alltag so gut es geht wieder aufzunehmen, unsere Familie und Freunde hoffentlich bald wieder zu sehen und in den Urlaub fahren zu können. All das sind gute Gründe für mich, die App zu unterstützen.
Datenschutz? Das ich nicht lache
Eine Reihe der App-Gegner könnte jetzt natürlich die Datenschutz-Keule rausholen. Dazu fällt mir nur folgendes ein: Es war vor einem Jahr, als gefühlt jeder Bilder gepostet und per WhatsApp rumgeschickt hat, in denen er oder sie als Rentner zu sehen war. Das war mal kurz lustig, bei dem Quatsch hab ich mich allerdings rausgehalten. Ich seh mich noch zeitig genug als alte Frau, dass muss ich nicht künstlich beschleunigen. Dass es sich dabei um eine App handelte, die Daten en masse offenbar auf russischen Servern gespeichert und alles andere als DSGVO-konform gehandelt hat, wurde natürlich erst nachher bekannt. Sobald die ersten Bilder auf Facebook, Twitter und Instagram aufgetaucht sind, haben sich Tausende diese ach so lustige App heruntergeladen. Damals wurde nicht ein Gedanke daran verschwendet, ob es sicher ist, die App auf dem eigenen Handy zu haben. Fragen nach dem Datenschutz? Gab es eigentlich nicht.
Von Lieferdiensten, bei denen wir, ohne mit der Wimper zu zucken, unsere Adressdaten angeben, will ich gar nicht erst anfangen. Auch nicht von Twitter, Facebook, WhatsApp, Instagram, TikTok und all den ganzen anderen sozialen Kanälen, auf denen praktisch das ganze Leben für jeden zugänglich dokumentiert wird.
Sich keine Gedanken darüber machen, bei Ebay Kleinanzeigen einem potenziellen Käufer die eigene Adresse mitzuteilen und vielleicht noch dazuzuschreiben, ab wann man erst wieder zuhause ist, um für 3 Euro ein altes Playstation-Spiel zu verkaufen, aber aus Datenschutzgründen sich eine App nicht runterladen wollen, die Leben retten kann und unseren Alltag wieder normal werden lässt? Genau mein Humor!
Vielleicht bin ich ja naiv, aber ...
Ich bin kein Technik-Experte und mache mir um solche Sachen auch weniger Gedanken, als manch anderer. Aber natürlich hab ich mir vor der Installation ein paar Reviews der App eingeholt, um auch wirklich auf der sicheren Seite zu sein. Und wenn mir Experten wie der Chaos Computer Club oder Frank Thelen sagen, bei der Corona-App sieht es mit dem Datenschutz gut aus, dann glaub ich das auch. Außerdem ist mein technisches Verständnis einfach zu gering, um fachkundig dagegen zu argumentieren. Nennen Sie mich naiv und leichtgläubig, aber so ist es halt.
Und wenn das Robert-Koch-Institut und die Bundesregierung nun wissen, dass Corinna Flemming aus Leipzig jeden Montagabend im Kaufland ihren Wocheneinkauf erledigt, dann habe ich damit auch keine wahnsinnig großen Probleme. Wenn es dabei hilft, das Virus einzudämmen und wir, gerne auch mit Maske, wieder ein Stück weit zur Normalität zurückfinden, dann ist es mir das wert.
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Was mich schockiert ist, wie schlecht jeder einzelne informiert ist, wie die App funktioniert. Ich konnte bis jetzt jeden Zweifler im Gespräch überzeugen.
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Wahrscheinlich lange nicht so wie Fatzebook und Co.
Da die meisten zum Glück vom Virus nicht betroffen sind werden sie diese App leider
nicht herunterladen. Dann gibt es noch einige (meiner Kollegen) die haben von dieser
App noch nicht einmal gehört. Da war ich dann doch fassungslos.
Wir, meine Familie und ich, waren mit die Ersten die diese App heruntergeladen haben.
Mal sehen was so passiert denn der Urlaub steht an.
BLEIBT GESUND
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