Was lange währt, wird offenbar endlich fertig: Die seit März in der Entwicklung befindliche Corona-Warn-App für Deutschland soll in den kommenden Tagen final vorgestellt werden. Man habe die Zeit für die Entwicklung gebraucht, weil man hohe Anforderungen stelle: „Die App muss auf allen Endgeräten genutzt werden können und soll beispielsweise auch dann messen, wenn man mit dem Handy Musik hört“, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn gegenüber der Rheinischen Post. Zunächst hatte man eine Veröffentlichung bereits im April geplant.
Sowohl beim Datenschutz als auch bei der Energieeffizienz müsse die App hohe Anforderungen erfüllen. Es soll vermieden werden, dass die App sofort wieder gelöscht wird, weil sie „in wenigen Stunden den Akku des Handys leerzieht“, so Spahn laut der FAZ. Damit die App ihren Zweck erfüllt, muss sie von möglichst vielen Menschen installiert und genutzt werden. Experten hatten berechnet, dass für eine durchschlagende Wirkung mindestens 60 Prozent der Bundesbürger die App nutzen müssten. Kurzfristig stapelt Spahn aber eher tief: „Wenn wir in den kommenden Wochen einige Millionen Bürger von der App überzeugen, dann bin ich schon zufrieden“. Die App sei ein wichtiges Werkzeug im Kampf gegen Corona, aber kein Allheilmittel. Auch bei geringer Beteiligung seien positive Effekte zu erwarten.
Um Datenschutz-Bedenken auszuräumen, sollen Daten nicht zentral gespeichert werden und außerdem sollen Gesundheitsämter keinen Zugriff auf die Identität von Infizierten erhalten. Via Bluetooth werden Daten verschlüsselt ausgetauscht, gemessen wird dabei, ob Zeit und Abstand theoretisch für eine Infektion ausreichen. Die Bundesregierung will die App mithilfe einer großen Werbekampagne unter die Leute bringen.
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