Snapchat begrenzt Trumps Reichweite, Facebook bleibt locker

Veröffentlicht: 04.06.2020
imgAktualisierung: 04.06.2020
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
04.06.2020
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Donald Trump
© Frederic Legrand - COMEO/Shutterstock.com
Snapchat nimmt Donald Trump vorerst aus seinem Discover-Bereich, um dem US-Präsidenten weniger Reichweite zu bieten. Mark Zuckerberg bleibt bei Facebook stur.


Das nächste soziale Netzwerk zieht den Zorn des US-Präsidenten auf sich: Das Bilder-Netzwerk Snapchat hat angekündigt, Posts von Donald Trump künftig nicht mehr im „Discover“-Bereich anzuzeigen. Dort sind vom Unternehmen ausgewählte Inhalte prominent eingebunden, die Snapchat als besonders wichtig empfindet. Donald Trump verliert damit Reichweite im Netzwerk, sein Account bleibe aber erhalten. Man wolle „kein Verstärker für Stimmen sein, die rassistische Gewalt und Ungerechtigkeit anfachen, indem wir ihnen kostenlose Werbung bei Discover geben“, heißt es der Zeit zufolge von Snapchat.

Trump hatte vergangene Woche ein Dekret erlassen, das bestimmte Schutzmaßnahmen für soziale Netzwerke außer Kraft setzen könnte. Im Klartext sollten Twitter, Facebook und andere die Verantwortung für Nutzerinhalte übernehmen. Das Zentrum für Demokratie und Technologie (CDT) hatte daraufhin Klage gegen Trump eingereicht.

Den Stein ins Rollen brachte Twitter. Donald Trumps Lieblingsplattform hatte am vergangenen Dienstag erstmals einen Tweet des US-Präsidenten mit einem Warnhinweis versehen, weil er gegen das Verbot der Gewaltverherrlichung verstieß. Darin schrieb Trump: „Wenn Plünderungen beginnen, wird geschossen“ (im Original: „When the looting starts, the shooting starts“). Mit diesem Satz hatte 1967 der Polizeichef von Miami ein hartes Vorgehen gegen die schwarze Bevölkerung angekündigt.

Zuckerberg rechtfertigt sich

Der Facebook-Chef Mark Zuckerberg will es sich dagegen offenbar nicht dem US-Präsidenten verscherzen. Zuckerberg distanzierte sich öffentlich von dem Vorgehen von Twitter und löschte das entsprechende Posting auf Facebook nicht. Dies brachte ihm harsche Kritik aus den eigenen Reihen ein. Gegenüber den Facebook-Mitarbeitern rechtfertigte er nun sein Verhalten. Die Androhung von Gewalt durch Regierungen sei von den Facebook-Regeln gedeckt, so die New York Times unter Berufung auf einen Mitschnitt der Videokonferenz. Aufgrund der gleichen Regeln wurde das Video vom Tod George Floyds bei Facebook nicht gelöscht.

Von seiner Belegschaft wurde Zuckerberg für das Vorgehen kritisiert, mehrere Mitarbeiter haben daraufhin aus Protest gekündigt. Zuckerberg hatte schon in der vergangenen Woche erklärt, dass ihm solch „spaltende und aufwieglerische Rhetorik“ zwar widerstrebe, diese aber mit den Facebook-Regeln vereinbar sei. „Meine Verantwortung ist es, nicht nur persönlich zu reagieren, sondern als Chef einer Institution, die sich der Redefreiheit verschrieben hat“, wird Zuckerberg vom Spiegel zitiert.

Veröffentlicht: 04.06.2020
img Letzte Aktualisierung: 04.06.2020
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Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

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