Axel Voss von der CDU ist rechtspolitischer Sprecher der EVP-Fraktion im Europa-Parlament. Größte Bekanntheit erreichte Voss wohl mit der Diskussion um die Urheberrechtsreform im vergangenen Jahr. Auch zur Einführung der Contact-Tracing-App, die sich aktuell in Entwicklung befindet, hat Voss eine Meinung. Grundsätzlich ist auch er für eine freiwillige Lösung. „Wir brauchen mindestens 60 Prozent Nutzer, damit das großflächig funktioniert und man neue Infektionscluster schnell erkennt. Deshalb muss man Anreize setzen“, so Voss im Interview mit der FAZ.
Dieses „Anreizsystem“ könnte für Axel Voss zum Beispiel so aussehen, dass den Menschen, die sie nutzen, mehr Freiheiten gestattet werden. So schlägt er etwa vor, dass die App-Nutzer früher wieder ins Kino oder ins Freibad dürfen und solche in grenznahen Regionen früher wieder reisen dürfen. Zudem würde er sich eine gesamteuropäische Lösung wünschen, bei der die Daten zentral bei der europäischen Infektionsschutzbehörde gespeichert werden.
Die Ideen des CDU-Politikers stoßen auf Kritik. Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken etwa hadert mit Voss' Idee von Freiwilligkeit. Gegenüber dem Handelsblatt sagte sie, dass sie „offenbar ein anderes Menschenbild“ habe. Freiwillig seien Lösungen nur „ohne Zwang, ohne Diskriminierung oder Einschränkung der Teilhabe, ohne Anreize oder Verhaltenslenkung“. Die Forderung der Grünen nach einer gesetzlichen Regelung für die App lehnte Esken bislang ab, doch Äußerungen wie die von Voss erfordern Überlegungen, ob ein App-Gesetz nicht doch sinnvoll wäre.
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