Tilman Kuban, der Vorsitzende der Jungen Union, hat sich dafür ausgesprochen, die App zur Kontaktverfolgung gegen das Coronavirus automatisch auf allen Smartphones der Deutschen zu installieren. Der Welt am Sonntag sagte er: „Die Corona-App wird nicht der neue Impfstoff, aber sie kann uns dabei helfen, schneller zu unserem gewohnten Leben zurückzukehren und dabei die Infektionszahlen möglichst klein zu halten“. Kuban zufolge müssten 40 bis 50 Millionen Deutsche diese App nutzen, damit diese Sinn ergibt. Daher spricht er sich für eine Widerspruchslösung bei der Datenspende aus: „Jeder Smartphone-Besitzer sollte die neue Tracing-App mit dem nächsten Update aufs Handy bekommen und völlig anonym entscheiden, ob er teilnehmen und damit helfen will oder aus für sich nachvollziehbaren Gründen widerspricht.“
Kritik erhält Kuban dafür vom Grünen-Politiker Konstantin von Notz, der sich stattdessen für eine Opt-In-Lösung ausspricht, also auf eine selbstbestimmte Einwilligung setzt. Andernfalls sehe er keinen Erfolg für eine mögliche Warn-App. In die gleiche Kerbe schlägt auch Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD). „Die App-Lösung, die jetzt im Gespräch ist, macht nur Sinn, wenn Freiwilligkeit herrscht und der Datenschutz gewährleistet ist“, sagte Lambrecht dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Freiwilligkeit sei Voraussetzung für Akzeptanz. Umfragen würden zeigen, dass diese Akzeptanz grundsätzlich bestehe. Zudem dürfe die App im Nachhinein nicht für andere Zwecke genutzt werden. Eine Zweckentfremdung „würde das Recht auf informationelle Selbstbestimmung absolut verletzen.“
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