„Ich würde gerne auf dem Mars sterben. Nur nicht beim Aufprall.“
„Unsere Existenz kann nicht nur darin bestehen, ein erbärmliches Problem nach dem anderen zu lösen“, erklärte Musk im Dezember 2017 auf Twitter. Er hatte zuvor behauptet, dass die Menschheit zum jetzigen Zeitpunkt bereits eine Basis auf dem Mond haben und auf dem Weg zum Mars sein sollte. Ein Nutzer hatte daraufhin angemerkt, dass man sich auch zunächst mit den Problemen der Erde beschäftigen könne. „Es muss einen Grund geben, warum wir leben“, betonte Musk.
Musks Faszination für den Roten Planeten ist mehr als offensichtlich. Sein berühmter Satz, dass er gerne auf dem Mars sterben würde – nur eben nicht beim Aufprall – stammt aus dem Jahr 2013. Sein Ziel, eines Tages auf dem Mars zu leben, hat er mehrfach seit 2016 öffentlich erklärt, im Jahr 2019 will er eine erste Rakete zur Besiedelung des Planeten losschicken. Das hat der Unternehmer laut Cnet zumindest auf der Technik-Messe South by Southwest erklärt. „Falls es einen Dritten Weltkrieg gibt, dann sollten wir sicherstellen, dass es anderswo genügend menschliche Zivilisation gibt, um sie zurückzubringen und das dunkle Zeitalter zu verkürzen“, so Musk.
Allgemein beschäftigt sich Musk sehr mit der Zukunft der Menschheit. Wie er selbst im März 2018 gegenüber Luciana Bellini von GQ erklärte, sei der Gedanke, was die Zukunft der Menschheit am stärksten beeinflussen könnte, „der rote Faden, der alles vereint, an dem ich arbeite. Als ich an der Universität war, waren die drei Bereiche, die mir dazu einfielen, nachhaltige Energie, das Internet und die Raumfahrt.“
In Deutschland sorgte der Milliardär und Erfindergeist im Jahr 2019 für großes Aufsehen, als er verkündete, eine Tesla-Fabrik in Brandenburg errichten zu wollen. Musk will das Kompakt-SUV Model Y im Umland von Berlin bauen lassen. Für die deutsche Autoindustrie ein Schuss vor den Bug: „Es ist ein deutliches Signal, das Elon Musk da aussendet“, meint laut Spiegel Online auch Stefan Bratzel, Direktor des Center of Automotive Management (CAM). Tesla sei nach langer Zeit der erste ausländische Hersteller, der wieder Autos in Deutschland produzieren will. „Das tut den deutschen Herstellern gut, weil es die Anspannung weiter erhöht“, schätzt Bratzel.
Das Image ist nicht unbefleckt
Doch Musk ist nicht unumstritten: Seine Auto-Firma Tesla steht immer wieder kurz vor der Pleite. Im September 2018 hatte Musk Ärger am Hals, weil er auf Twitter ankündigte, Tesla von der Börse zu nehmen. Die US-Börsenaufsicht warf dem Unternehmer daraufhin Betrug vor und verklagte ihn. Musk einigte sich mit der Börsenaufsicht, räumte seinen Posten im Verwaltungsrat von Tesla und zahlte eine Strafe von 20 Millionen Dollar.
Dass er in diesem Zeitraum im Podcast mit Joe Rogan kurz an einem Joint zog, was in Kalifornien zu dem Zeitpunkt übrigens legalisiert war, handelte dem Erfinder und Unternehmer mehr Ärger ein. Das Bild ging als Meme durch das Netz, für viele war es der Inbegriff des Multimilliardärs, der seine Unternehmen aus Jux und Dollerei leitet und dessen Entscheidungen mehr wie PR-Stunts als ernsthafte Aktionen wirken. Dazu gehört unter anderem eben auch der Flammenwerfer, den er als Merchandise-Artikel verkaufte. Oder sein Tesla-Auto, dass er mit einer SpaceX-Rakete Richtung Mars geschossen hat.
Trotzdem lässt sich der Einfluss von Elon Musk auf die Welt nicht leugnen. Und seine Umtriebigkeit und seine augenscheinliche Gleichgültigkeit gegenüber der öffentlichen Meinung begeistern das Netz. Elon Musk ist dort – vor allem auf der von ihm stark genutzten Plattform Twitter – zum Heilsbringer aufgestiegen. Ein Heilsbringer, der Elektro-Autos baut, Raketen Richtung Mars schießt, sich mit der künstlichen Intelligenz beschäftigt und die Menschheit aus ihrem Sumpf befreien will. Und dabei auch immer wieder ein gutes Meme abgibt.
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