Die Initiative D21 hat untersucht, wie digitalisiert die deutsche Bevölkerung ist. In einer Sonderauswertung ging die Initiative auf das Geschlechtergefälle der Digitalisierung in Deutschland ein und kommt dabei zu dem Schluss, dass Frauen nach wie vor einen geringeren Digitalisierungsgrad erreichen als Männer. Auf einer Skala von Null bis 100 erreichen Männer 61 Punkte, Frauen kommen über alle soziodemographischen Merkmale hinweg auf 51 Punkte. Überdurchschnittlich oft würden Frauen von den Forschern in die Gruppe der „digital Abseitsstehenden“ eingeordnet, so Heise.
Offenbar entsteht diese „Digital Gender Gap“ aber vor allem aufgrund der geringeren Selbsteinschätzung von Frauen. Hinsichtlich ihrer Fertigkeiten zur Bedienung von Anwendungen, etwa Office-Programmen, oder der Kenntnis von Fachbegriffen aus dem Computer-Bereich schätzen sich Frauen um bis zu 25 Prozent niedriger ein als Männer, so die Analyse. Auch wenn es um das Interesse an digitalen Themen geht, fällt die Selbsteinschätzung geringer aus. Bei älteren Generationen sind die Unterschiede zudem deutlicher ausgeprägt als bei jungen Menschen.
Das große Problem: Selbst bei objektiv gleichen Leistungen würden Frauen dazu neigen, sich in Feldern wie Mathematik und Technik geringere Fähigkeiten zuzuschreiben als Männer. D21 empfiehlt daher, Weiterbildungen zu digitalen Kompetenzen für pädagogische Fachkräfte gendergerecht zu gestalten.
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