Elon Musk sucht sich ausgerechnet die Verleihung des Goldenen Lenkrads aus, um die Ansiedlung von Tesla in Brandenburg anzukündigen. Die neue Gigafabrik entsteht neben dem Flughafen BER, nimmt den Betrieb wahrscheinlich auf, bevor jemals Flugzeuge vom Milliardengrab starten werden. Aber Witze über den BER sind ja sowieso zu einfach. Dass Musk sich eine derart prestige-arme Veranstaltung aussucht, mag für die Veranstalter ein willkommener Publicity-Gewinn sein, dem Tesla-Chef dürfte es eher darum gegangen sein, Nähe zu demonstrieren. Tesla baut seine vierte Gigafabrik nicht irgendwo, nicht in einem Billiglohnland, sondern in der Auto-Nation Deutschland.
Das dürfte nicht nur dem Wirtschaftsstandort Brandenburg auf die Sprünge helfen, das darf genauso gut als Kampfansage gegen die Etablierten gewertet, die das so natürlich nie öffentlich zugeben würden. Die Bild fragte die großen deutschen Autobauer nach Reaktionen zur Tesla-Ansiedlung, die Antworten waren ausweichend bis nichtssagend. Denn die Branche weiß ganz genau, dass hier ein Player auf den Plan tritt, der nicht nur in empfindlichem Maße Fachkräfte abwerben könnte – es sollen bis zu 10.000 Arbeitsplätze in der Gigafabrik entstehen – sondern der die Glaubwürdigkeitsprobleme der deutschen Autoindustrie offenlegt.
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