Share-Online.biz ist angeblich der größte deutsche Filehoster. Beziehungsweise: Er war es. Ermittler aus mehreren Städten, unter anderem aus Köln und Aachen, haben den mutmaßlichen Betreibern bei Durchsuchungen in Deutschland, den Niederlanden und Frankreich das Handwerk gelegt, berichtet Spiegel Online. Bei den Durchsuchungen am Mittwoch seien umfangreiche Beweismittel sichergestellt worden, wie die Ermittler verlauten ließen. In der Mitteilung wird Share-Online zwar nicht genannt, doch die Bestätigung kommt über eine Mitteilung der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU), die 2017 Strafantrag gegen die mutmaßlichen Betreiber stellte.
Share-Online verzeichne zwischen sechs und zehn Millionen Aufrufe pro Monat, mehrere Portale wie etwa DDL-Warez.org verlinken zu dem Filehoster. Die Ermittlungen richteten sich gegen drei Tatverdächtige (40, 48 und 54 Jahre alt) aus Nordrhein-Westfalen, Hessen und Sachsen-Anhalt. Festgenommen wurden die Männer allerdings nicht, da keine Haftgründe vorgelegen hätten. Der Vorwurf lautet vor allem auf Beihilfe zur gewerbsmäßigen unerlaubten Verwertung urheberrechtlich geschützter Werke. Über Share-Online.biz und ähnliche Filehoster werden geschützte Werke – Filme, Serien, Musik oder Pornos – zum Download angeboten.
Die Ermittler sprechen von „unfassbaren Datenmengen“ auf den Servern von Share-Online. Die Verdächtigen sollen zwischen April 2008 und Oktober 2017 mehr als 50 Millionen Euro Umsatz gemacht haben. Im Visier der Ermittler befinden sich nicht nur die Betreiber der Plattform. Der Kölner Staatsanwalt Christoph Hebbecker äußerte gegenüber dem Spiegel, dass man schauen werde „ob wir auch Uploader und möglicherweise auch Downloader identifizieren können“. Im Falle von Share-Online seien in der Regel sowohl Up- als auch Downloads Straftaten. Geld verdienten die Betreiber vor allem mit kostenpflichtigen Premium-Accounts. Für einen Monat zahlte man etwa 10 Euro und profitierte damit von höheren Up- und Download-Geschwindigkeiten.
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