Derzeit sind alle Satelliten des europäischen Navigationsnetzes Galileo ausgefallen. Schon am Donnerstag begann der schrittweise Ausfall des Systems, wie das europäische Galileo-Zentrum mitteilte. Es handle sich um einen „technischen Vorfall“ in der Bodeninfrastruktur. Das Problem gehe von einer Bodenstation in Italien aus, die für die Übermittlung der Systemzeit verantwortlich ist. Ein Notdienst (Galileo Search and Rescue – SAR) ist weiterhin in Betrieb. Wann das Galileo-System wieder nutzbar ist, ist unklar. Der Welt zufolge sind Experten mit der Instandsetzung beschäftigt.
Das Galileo-System startete 2016 mit fast zehnjähriger Verspätung, aktuell sind 22 Satelliten im Einsatz. Ende 2020 sollen die letzten vier der insgesamt 30 Satelliten ins All starten. Ursprünglich sollte Galileo 2,9 Milliarden Euro kosten, am Ende werden sich die Gesamtkosten auf fast 10 Milliarden Euro belaufen. Galileo ist der europäische GPS-Gegenentwurf, ist aber auch als Ergänzung zum etablierten US-System gedacht. Anders als GPS unterliegt Galileo nicht der Kontrolle des Militärs und soll sowohl präziser als auch zuverlässiger sein – eigentlich. Von der europäischen Raumfahrtbehörde Esa heißt es: „Trotz dieser äußerst beeindruckenden Genauigkeit liegt der entscheidende Unterschied zwischen den Systemen GPS/GLONASS und Galileo weniger in der Genauigkeit, sondern vielmehr in der garantierten Verfügbarkeit, einer echten öffentlichen Dienstleistung aus Europa.“ Künftig sollen Galileo-Signale etwa für autonome Autos genutzt werden.
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