Am Ende war es keine Überraschung: Der EU-Ministerrat hat mit großer Mehrheit für die umstrittene Ureberrechtsreform gestimmt. 19 Länder stimmten dafür, darunter auch Deutschland. Gegen die Richtlinie stimmten mit Finnland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Polen und Schweden nur sechs Länder. Belgien, Estland und Slowenien enthielten sich. Hat die EU-Kommission für einen Vorschlag gestimmt, dann ist der Weg durch den Ministerrat in der Regel nur Formsache. In diesem Falle aber rechneten sich die Kritiker des umstrittenen Pakets bis zuletzt Chancen aus.
Hier das Ergebnis, Deutschland stimmt der #Urheberechtsreform zu, damit ist sie verabschiedet: pic.twitter.com/umvoOhoyX3
— Julia Reda (@Senficon) 15. April 2019
Denn bis zum Wochenende war nicht hundertprozentig klar, wie Deutschland stimmen würde, und wie Julia Reda auf Twitter schrieb, würde die Zustimmung nur über die deutsche Ja-Stimme gehen. Doch kurz vor der Abstimmung einigte sich die Koalition aus SPD und CDU/CSU nach langem Hin und Her auf die Zustimmung zur Reform, meldete Reuters. Deutschland gab auch eine Protokollerklärung ab. National wolle man auf den Einsatz von Uploadfiltern verzichten. Ein besonders wichtiger Punkt der Erklärung sei Reda zufolge, dass die Bundesregierung verspreche, „die Definition betroffener Plattformen so auszulegen, dass Artikel 17 nur für marktmächtige Plattformen wie YouTube oder Facebook gilt, nicht für Diskussionsforen oder Nischenangebote.“
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