Die EU-Urheberrechtsreform ist beschlossene Sache, die umstrittenen Uploadfilter in Artikel 13 und das Leistungsschutzrecht in Artikel 11 – bis zuletzt Ziele harscher Kritik – kommen. Das hat zu weitreichenden Protesten geführt, die am Wochenende auch die Straßen erreicht haben. Trotz kurzer Vorlaufzeit versammelten sich am Samstag mehr als 1.000 Demonstranten in Köln, um gegen das Gesetz zu protestieren. Das soll nur der Auftakt für eine Reihe von europaweiten Aktionen sein, wie Heise berichtet.
Via Twitter hatte der 28-jährige Twitch-Streamer Sebastian Worm zu den Protesten aufgerufen. Das verbreitete sich „wie ein Lauffeuer", wie Worm gegenüber Heise sagte. Bekannte YouTube-Stars griffen das Thema auf. Eines der Hauptziele der Demonstranten war die CDU, die mit dafür verantwortlich ist, dass die Reform durchgewunken wurde. Immer wieder wurde „Nie wieder CDU“ skandiert. Befürworter der Reform verstiegen sich indes zu Verschwörungstheorien. Der Europa-Abgeordnete Sven Schulze etwa stellte die steile These auf, dass die Proteste vor allem von Fake-Accounts gestützt würden und twitterte über eine angebliche Fake-Kampagne von Google.
Jetzt kommen wieder sekündlich Mails zum Thema #uploadfilter & #Artikel13 rein. Mal ganz davon abgesehen, dass diese inhaltlich nicht richtig sind, stammen ALLE von #Gmail Konten.🤔 Mensch #google, ich weiß doch das ihr sauer seid, aber habt ihr diese #fake Aktion wirklich nötig?
— Sven Schulze (@schulzeeuropa) 15. Februar 2019
Die Organisatoren der Demos wollen nun weitere Aktionen planen. Noch in dieser Woche soll eine Online-Petition gegen Uploadfilter der Bundesregierung übergeben werden. Die Petition hat bislang über 4,7 Millionen Unterschriften gesammelt. Für den 23. März sollen europaweit Straßendemonstrationen organisiert werden, um die Annahme des Kompromisses durch das Europaparlament zu verhindern.
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