Das nennt man dann wohl einen Paukenschlag: Die gefürchteten Upload-Filter schienen bis vor kurzem noch unausweichlich, jetzt hat aber der EU-Ministerrat für eine Kehrtwende gesorgt. Die umstrittenen Artikel 11 und 13 der geplanten EU-Urheberrechtsreform wurden vom Ministerrat gestoppt, zumindest vorerst. Der Kompromissvorschlag der rumänischen Ratspräsidentschaft wurde von elf Mitgliedsstaaten abgelehnt, darunter auch von Deutschland. Die Mitgliedsstaaten konnten sich also nicht auf eine gemeinsame Verhandlungsposition einigen. Der Rat hat damit keine Position zu den umstrittenen Artikeln und musste den für den heutigen Montag angesetzten Trilog absagen.
Auch die Rechte-Inhaber, die eigentlich auf ein Leistungsschutzrecht gepocht hatten, kehren der geplanten EU-Urheberrechtsreform immer mehr den Rücken – aus offensichtlichen Gründen. Allerdings ist das Thema noch nicht vollends vom Tisch, wie EU-Parlamentarierin Julia Reda von der Piratenpartei – vehemente Gegnerin der beiden Artikel – zu bedenken gibt. Es sei nun aber sehr unwahrscheinlich, dass die Verhandlungen noch vor den Europawahlen im Mai zu einem Ergebnis kommen. Das zwischenzeitliche Scheitern von Upload-Filtern und Leistungsschutzrecht zeige Reda zufolge vor allem: „Die öffentliche Aufmerksamkeit für die Gefahren der Urheberrechtsreform zeigt Wirkung. In den nächsten Wochen darf der öffentliche Druck nicht nachlassen, dann haben wir die Chance, die schädlichsten Elemente der Urheberrechtsreform endgültig abzulehnen.“
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