Wer sich seit längerer Zeit auf Facebook und Co. bewegt, kennt das Phänomen: Wann immer eine Katastrophe oder ein Anschlag stattfinden, geht der Aufruf durch die Netzwerke, sein Beileid und seinen seelischen Beistand auszudrücken, indem man das eigene Profilbild entsprechend ändert oder eben einen solchen Post mit einem „Like“ ausstattet.
Im Laufe der Zeit wurde das zu einem Meme. „Send thoughts and prayers“ – also „sendet Gedanken und Gebete“ – heißt es immer wieder, sobald etwas passiert. Inzwischen wird das auch bei Kleinigkeiten gefordert, etwa wenn ein Teenager sein teures Smartphone fallen lässt und es damit zerstört.
Denn natürlich bewirken diese Gedanken und Gebete, ausgedrückt durch den Klick auf einen Button, nichts. Kein hungerndes Kind wird dadurch Essen bekommen, keine durch eine Umweltkatastrophe obdachlos gewordene Familie wieder ein Dach über den Kopf erhalten. Doch die Menschen fühlen sich gut, denn sie drücken ja ihr Mitleid aus und zeigen so der ganzen Welt, dass es ihnen nahe geht.
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