Hunderttausende Sendungen aus China gelangen täglich nach Deutschland, vor allem über Plattformen wie Temu und Shein. Stichproben haben ergeben, dass viele davon mit einem zu niedrigen Warenwert angegeben werden. Warum? Die Versender wollen die Einfuhrumsatzsteuer von 19 Prozent und Zollabgaben sparen. Der ehemalige Finanzstaatssekretär Michael Meister von der CDU wirft dem Bundesfinanzministerium vor, zu wenig gegen den Zoll- und Steuerbetrug bei Sendungen aus China zu unternehmen. Dies gehe aus mehreren Schreiben Meisters an das Ministerium hervor, die der WirtschaftsWoche vorliegen.
Beim deutschen Zoll arbeiten mehr als 40.000 Beamt:innen, doch für die Kontrolle von Importgütern ist nur ein kleiner Teil zuständig. Ein weiteres Problem: Ein Großteil der Sendungen gelangt über ausländische Flughäfen, etwa Lüttich in Belgien, nach Deutschland. Damit sind dem deutschen Zoll in vielen Fällen die Hände gebunden, denn Ware, die bereits in der EU angekommen ist, darf nicht mehr kontrolliert werden.
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