Oliver Bäte, CEO des Versicherungskonzerns Allianz, hat sich für die Streichung der Lohnfortzahlung am ersten Krankheitstag ausgesprochen. Er kritisierte, dass die Krankentage deutscher Beschäftigter mittlerweile höher ausfallen würden als im restlichen Europa. „Ich schlage vor, den Karenztag wieder einzuführen. Damit würden die Arbeitnehmer die Kosten für den ersten Krankheitstag selbst tragen“, empfahl er als Gegenmaßnahme in einem Interview mit dem Handelsblatt. „Deutschland ist mittlerweile Weltmeister bei den Krankmeldungen. Das erhöht die Kosten im System. Wir müssen uns überlegen, wie wir damit umgehen, und es sozial gerecht gestalten“, meint Bäte.
In Deutschland ist es derzeit so geregelt, dass Arbeitnehmer:innen im Krankheitsfall von ihrer Pflicht zur Arbeit befreit sind und ab dem ersten Krankheitstag weiter ihr Gehalt erhalten. Arbeitnehmer:innen haben dann die Pflicht, innerhalb von drei Kalendertagen eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorzulegen – diese Frist stellt allerdings keine Karenztagregelung dar. Durch einen Karenztag wäre der Arbeitgeber stattdessen von seiner Pflicht zur Lohnfortzahlung ab dem ersten Krankheitstag befreit.
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