Auswirkungen auf den Online-Handel
Das Urteil hat weitreichende Bedeutung über den konkreten medizinischen Einzelfall hinaus. Suchmaschinen fassen seit jeher Informationen zusammen, ordnen sie ein und bewerten sie, z. B. durch Algorithmen, Rankings und Snippets, solange sie inhaltlich korrekt, im Kontext passend und transparent sind. Die KI-Übersicht erreicht jedoch ein neues Level. Aus einem „Hier sind Quellen, entscheide selbst“ wird beim Nutzer möglicherweise ein „So ist es“. Solange die Aussage nicht objektiv falsch ist und im Gesamtkontext nicht irreführend wirkt, ist sie nach dem Urteil jedoch zulässig (s. o.).
Besonders betroffen könnten Produktbereiche wie Nahrungsergänzungsmittel, alternative Heilmethoden, Medizinprodukte, CBD- und Hanfprodukte, Finanzprodukte oder E-Zigaretten sein, also Bereiche, zu denen im Internet viele unterschiedliche und teils widersprüchliche Meinungen kursieren. Da KI ihre Inhalte aus vorhandenen Quellen ableitet, besteht hier die Gefahr, dass dabei auch wissenschaftlich unzutreffende oder verzerrte Aussagen entstehen. Sind sie objektiv falsch oder im Gesamtkontext irreführend, wirken sie nicht nur abschreckend, sondern können ganze Produktkategorien wirtschaftlich treffen und eröffnen zugleich die Möglichkeit rechtlicher Gegenwehr.
Allerdings: Das Urteil ist kein Grundsatzurteil, sondern eine Einzelfallentscheidung im Eilverfahren.
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