Urteil gegen Lidl: Zweifel an 500 dauerhaft reduzierten Artikeln

Veröffentlicht: 23.02.2026
imgAktualisierung: 23.02.2026
Geschrieben von: Hanna Hillnhütter
Lesezeit: ca. 1 Min.
23.02.2026
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Lidl Tüten
monticello / Depositphotos.com
Lidl versprach im letzten Jahr die größte Preissenkung aller Zeiten. Diese Werbung war irreführend, wie das Gericht entschied.


Lidl musste vor dem Landgericht Heilbronn eine Niederlage einstecken. Lidl hatte im letzten Jahr mit der „größten Preissenkung aller Zeiten“ geworben und gab an, dass 500 Produkte dauerhaft im Preis gesenkt worden seien. Die Verbraucherzentrale Hamburg hatte gegen diese Werbung geklagt. Es war nicht ersichtlich, wie viele Produkte tatsächlich reduziert wurden. Auf der Webseite wurden deutlich weniger als 500 Produkte abgebildet, auch auf Nachfrage der Verbraucherzentrale wurde keine Liste der Produkte herausgegeben. 

Wie viele Produkte waren günstiger?

Lidl gab an, aus wettbewerbsrechtlichen Gründen keine komplette Liste veröffentlichen zu können. Bei den 500 Artikeln soll es sich um alle reduzierten Einzelartikel in Deutschland gehandelt haben. Dabei seien bundesweite und regionale Preissenkungen berücksichtigt worden. 

Der vorsitzende Richter stellte sich allerdings auf die Seite der Verbraucherschützer:innen, wie der Spiegel berichtete. Denn wenn ein Verbraucher liest, dass 500 Produkte reduziert sind, dann gehe er davon aus, dass sich dies auf seinen Markt bezieht. 

Lidl wurde außerdem zum Verhängnis, dass weder die Vergleichs-App Smhaggle noch Handelsexperte Stephan Rüschen die vermeintlichen 500 Artikel ausfindig machen konnten. Lediglich um die 300 reduzierten Artikel wurden gefunden. 

Lidl prüft juristische Schritte

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, Lidl kann gegen dieses Urteil Berufung einlegen. Eine ausführliche, schriftliche Urteilsbegründung wird in den nächsten Wochen erwartet. Dann will das Unternehmen mögliche Rechtsmittel gegen das Urteil prüfen. 

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 23.02.2026
img Letzte Aktualisierung: 23.02.2026
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Hanna Hillnhütter

Hanna Hillnhütter

Hanna hat die juristischen Entwicklungen im Blick – mit Fokus auf Abmahnungen, Wettbewerbsrecht und aktuelle EU-Verordnungen.

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