Sebastian Hotz, besser bekannt als El Hotzo, zählt zu den erfolgreichsten Satirikern der deutschsprachigen Social-Media-Landschaft. Mit lakonischem Witz und pointierten Kommentaren zu Gesellschaft, Popkultur und E-Commerce hat er sich eine riesige Fanbase aufgebaut. Umso größer war das Echo, als er im Juli 2024 – kurz nach dem Attentatsversuch auf Donald Trump – zwei provokante Posts auf der Plattform X (ehemals Twitter) veröffentlichte, die vielen zu weit gingen.

Die Folge: öffentlicher Aufschrei, Absagen von Veranstaltern, Kündigung seiner Radiosendung und schließlich ein Strafverfahren.

Gericht erkennt Satire – Kritik bleibt

Das Amtsgericht Tiergarten urteilte vergangene Woche: kein Straftatbestand (Az.: 235 Ds 57/25 – nicht rechtskräftig). In einem der Beiträge hatte er einen Vergleich zwischen Donald Trump und einem letzten Bus hergestellt („leider knapp verpasst“). In einem weiteren Beitrag soll er Folgendes geäußert haben: „Ich finde es absolut fantastisch, wenn Faschisten sterben“.

Die Aussagen seien klar satirisch und nicht als Aufruf zur Gewalt zu verstehen, befindet das Gericht. Damit endet das Verfahren zunächst, doch die gesellschaftliche Diskussion dürfte weitergehen. Denn der Fall zeigt, wie schnell sich digitale Ironie in reale Kontroversen verwandeln kann. Auch für Unternehmen und Kreative in Social Media bleibt die Frage relevant: Wie weit darf Zuspitzung gehen – und wie sicher ist man im Ernstfall?

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