Ein Gericht in den USA hat den Modehändler Fashion Nova zu einer Zahlung von 5,15 Millionen Dollar (ca. 4,86 Millionen Euro) verurteilt. Grund ist ein Verstoß gegen digitale Barrierefreiheit.
Ein Urteil mit Signalwirkung
Der US-Modehändler Fashion Nova musste laut Eye Able vor Gericht eine Niederlage einstecken: Die E-Commerce-Website des Unternehmens war nicht für Screenreader nutzbar und verstieß damit gegen den Americans with Disabilities Act (ADA). Die Klage wurde von Menschen mit Behinderung eingereicht, die dadurch ihr Recht auf digitale Teilhabe verletzt sahen. Das Gerichtsurteil zeigt, dass die Missachtung barrierefreier Webstandards Unternehmen teuer zu stehen kommen kann.
Die Entschädigungszahlung von 5,15 Millionen Dollar (ca. 4,86 Millionen Euro) ist auch für europäische Online-Händler:innen relevant. Ab Juni 2025 gelten mit dem European Accessibility Act (EAA) und dem deutschen Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) strenge Vorgaben für digitale Barrierefreiheit. Verstöße können Bußgelder nach sich ziehen.
USA und EU: Unterschiedliche Ansätze, gemeinsames Ziel
Während in den USA Sammelklagen Betroffener häufig die Einhaltung von Barrierefreiheitsstandards erzwingen, setzt die EU auf regulatorische Kontrolle. In den USA basiert der rechtliche Rahmen auf dem ADA, der „gleichen Zugang“ zu öffentlichen Einrichtungen fordert, darunter auch Websites. Ohne klare behördliche Standards werden hier Klagen zum entscheidenden Hebel.
In der EU ist die Situation anders: Der EAA und das BFSG verpflichten Unternehmen, digitale Angebote barrierefrei zu gestalten, kontrolliert durch Marktüberwachungsbehörden. Seit Juni 2025 müssen viele B2C-Produkte und Dienstleistungen in Deutschland den WCAG 2.1-Standards (Level AA) entsprechen.
Handlungsbedarf für Online-Händler:innen
Das Urteil gegen Fashion Nova verdeutlicht, dass digitale Barrierefreiheit für Unternehmen unverzichtbar ist – nicht nur aus rechtlicher, sondern auch aus gesellschaftlicher Sicht. Unternehmen sollten ihre Websites so gestalten, dass sie für alle Nutzer:innen zugänglich sind. Damit lassen sich nicht nur Klagen und Bußgelder vermeiden, sondern auch potenzielle neue Kund:innen gewinnen.
Artikelbild: http://www.depositphotos.com
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