Falsche Unternehmensangaben auf Informationsportal
In dem Fall, den das kürzlich veröffentlichte Urteil thematisiert, hatte ein mittelständisches Unternehmen gegen eine Plattform geklagt, die automatisiert Wirtschaftsinformationen veröffentlichte. Über die Plattform konnten Nutzer:innen Daten zur finanziellen Situation von Unternehmen abrufen. Die Plattform hatte jedoch fälschlicherweise berichtet, dass das betroffene Unternehmen aufgrund von Vermögenslosigkeit gelöscht werden solle – eine falsche Angabe. Grundlage hierfür war ein KI-Verfahren, das öffentliche Daten (wie z. B. Handels- oder Insolvenzregister) auswertete.
Das Gericht entschied, dass die Betreiberin der Plattform für die Verbreitung dieser falschen Information haftet, da sie sich der KI bewusst bedient und sich deren Output zu eigen gemacht hatte – trotz eines Disclaimers in den AGB. Es wurde ein Unterlassungsanspruch sowie die Erstattung der Rechtsanwaltskosten zugesprochen. Dieses Urteil ist ein deutliches Signal: Unternehmen, die KI-Tools nutzen, können nicht die Verantwortung für fehlerhafte Inhalte auf die Technologie abwälzen.
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