Angeklagter hatte sich bereits abgesetzt
Ein Schaden von 300.000 Euro – dies ist die erschreckende Bilanz, die ein 29 Jahre alter Mann durch Betrug auf eBay verursacht haben soll. Nun wurde er vom Landgericht Marburg in über 1.000 Fällen schuldig gesprochen. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass er über Jahre hinweg fiktive Waren auf dem Online-Marktplatz ersteigert habe. Dabei handelte er nach Angaben von Spiegel Online entweder selbst oder mithilfe sogenannter „Verkaufs- und Finanzagenten“.
Die „Agenten“ sollen allerdings gutgläubig gehandelt haben und in Bezug auf den massiven Betrug ahnungslos gewesen sein. Der Angeklagte habe sie erst über ein „Netz von Tarnfirmen“ aus ganz Deutschland angeworben und danach dazu benutzt, die fiktiven Waren über eBay zu verkaufen. Das eingenommene Geld sei durch die „Arbeitskräfte“ dann jeweils nach Paraguay geschickt worden. Dorthin hatte sich der Angeklagte nämlich bereits im Jahr 2005 abgesetzt, um mutmaßlich der Strafe für ähnliche Machenschaften auf eBay zu entgehen.
Dass es nun zu einer Verhandlung auf deutschem Boden gekommen ist, war nur möglich, weil der Angeklagte mit einem internationalen Haftbefehl gesucht wurde und im Jahr 2012 schließlich in Paraguay inhaftiert werden konnte. Eine Auslieferung nach Deutschland erfolgte erst im laufenden Jahr 2014.
Kommentar schreiben