Neues aus der Legislative
Die am 9. Januar in Kraft tretende neue Informationspflicht für Online-Händler sorgte 2016 für viele Diskussionen in der Branche. Die sogenannte ODR-Verordnung legt fest, dass Online-Händler, die online Waren oder Dienstleistungen anbieten, einen Hinweis auf die europäische Plattform zur Online-Streitbeilegung (sog. „OS-Plattform“) bereithalten müssen. Am 1. April 2016 trat das verwandte Verbraucherstreitbeilegungsgesetz in Kraft, welches jedoch erst ab 1. Februar 2017 seine volle Wirkung entfaltet.
Verbraucherverbände haben mit einem neuen Gesetz die Legitimation, Datenschutzverstöße abzumahnen. Das Gesetz ist im Frühjahr in Kraft getreten. Auch die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) trat nach jahrelangem Tauziehen am 25. Mai 2016 endlich in Kraft und regelt damit das Datenschutzrecht europaweit einheitlich.
Jugendschutz war ein ganz großes Thema 2016. Wie in keinem Jahr zuvor wurden einige Steine ins Rollen gebracht. Am 1. April 2016 trat das lange von Jugendschützern erwartete Verkaufsverbot von E-Zigaretten und E-Shishas an Minderjährige in Kraft. Seit dem Stichtag müssen sich Online-Händler dieser Produkte an gesetzlich festgelegte Abgabeverbote halten. Seit 20. Mai 2016 gilt ein neues Tabakerzeugnisgesetz und seit 1. Oktober gilt eine jahrelang überarbeitete Novelle des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages (JMStV), welche sich unter anderem dem Jugendschutzbeauftragten widmete.
Bis zum 24. Juli 2016 hatten rücknahmepflichtige Elektrohändler noch Zeit, sich um entsprechende neue Rücknahmestellen zu kümmern und ihrer Informationspflicht nachzukommen. Für Lebensmittelhändler wurde es erst am 13. Dezember kriminell. Ab dem Tag war auch eine Nährwertdeklaration für den Online-Handel Pflicht.
Neues vom Abmahnradar
Auch die Abmahnbranche zeigte sich 2016 wieder sehr aktiv. Dies ging sogar so weit, dass wir aus den Zusendungen unser Leser einen eigenen Abmahnmonitor (zuletzt hier) entwickelt haben, der wöchentlich über aktuelle Abmahnungen und Trends in der Branche informiert. 2016 waren wieder viele alte Bekannte dabei, etwa der IDO Verband, der wie gewohnt Abmahnungen versendete. Neu war 2016 die fehlende Hinweispflicht auf die OS-Plattform. Das Ziel, Streitigkeiten über die Plattform und die Schlichtungsstellen zu schlichten wurde deutlich verfehlt, die Abmahnindustrie lebte 2016 aber offensichtlich sehr gut von nachlässigen Händlern.
Kommentar schreiben