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Polaroid verliert Rechtsstreit um Markenlöschung

Veröffentlicht: 22.02.2024
imgAktualisierung: 22.02.2024
Geschrieben von: Julia Petronis
Lesezeit: ca. 3 Min.
22.02.2024
img 22.02.2024
ca. 3 Min.
Person hält Sofortbild in den Händen
© stockasso / Depositphotos.com
Polaroid wollte gegen die Löschung der eigenen Markeneintragung vorgehen und verlor jetzt vor dem EuG.


Es ist eine jahrelange Streitfrage, die sowohl die deutschen Gerichte als auch zuletzt das Gericht der Europäischen Union beschäftigt hatte: Kann ein Monopol auf eine einfache geometrische Form bestehen? Die Fehde ausgetragen haben die Polaroid Corp. und der Mitbewerber Fujifilm. Die Klagen von Polaroid gegen Fujifilm wegen der Verletzung von Markenrechten verliefen alle ins Leere, wie LTO berichtet. Und auch mit dem Verfahren gegen die Entscheidung des Amts der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) wegen der Löschung der Marke blieb das Unternehmen erfolglos.

Keine Markenrechtsverletzung durch Fujifilm

Das Unternehmen Polaroid Corp. galt jahrelang als Marktführer bei den Sofortbildkameras. Äußerst beliebt waren die kleinen gerahmten quadratischen Fotos, die sofort aus der Kamera kamen und nach kurzer Wartezeit das geschossene Motiv zum Vorschein brachten. Doch mit der großen Nachfrage war es schnell vorbei, als immer mehr Digitalfotoapparate die Läden fluteten. Polaroid musste schließlich sogar Insolvenz anmelden. 

Durch die vom japanischen Konzern Fujifilm auf den Markt gebrachte Produktreihe „Instax“ erlebten die quadratischen Bildchen einen erneuten Hype – allerdings ganz zum Missfallen von Polaroid. Das Unternehmen verklagte Fujifilm wegen der Verletzung ihrer Markenrechte in mehreren Ländern. In Deutschland beschäftigten sich das Landgericht Köln und in zweiter Instanz das Oberlandesgericht Köln mit dem Fall und wiesen die Klage ab. Beide Gerichte sahen weder eine Nachahmung noch eine Herkunftstäuschung und somit auch keinen Grund, Fujifilm den weiteren Verkauf von „Instax“ zu untersagen. Auch müssten keine Lizenzgebühren gezahlt werden.

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Löschung der Marke bleibt bestehen

Doch es sollte noch schlimmer kommen für Polaroid: Das zuständige Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum entschied sich im Juni 2022 für eine Löschung der eingetragenen Marke. Dagegen wollte sich Polaroid im jetzigen Verfahren vor dem EuG zur Wehr setzen – und scheiterte.

Wie das Gericht erklärte, könne der Behauptung, dass eine quadratische Form der Sofortbilder die Öffentlichkeit an einen Bilderrahmen erinnere, nicht ausreichen, um eine Markeneintragung zu rechtfertigen. So könne für einfache geometrische Formen kein zeitlich unbefristetes Monopol gelten. Das Gericht sah es auch nicht als bewiesen an, dass Verbraucher:innen nur aufgrund der Bildform die Herkunft erkennen können. Der EuG hielt aus diesen Gründen am Bestand der Markenlöschung fest.

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Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 22.02.2024
img Letzte Aktualisierung: 22.02.2024
Lesezeit: ca. 3 Min.
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Julia Petronis

Julia Petronis

Expertin für IT- und Medien-Recht

KOMMENTARE
1 Kommentare
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SIEVERT, Kerstin
23.02.2024

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Wenn man schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, fragt man sich manchmal, ob man allein ist mit seinen Erinnerungen. Ich jedenfalls kann mich daran erinnern, dass ich als Grundschülerin Anfang der 70er Jahre einen kleinen Fotoapparat hatte, deren Film in einer Kassette war. Von den Negativen konnte man nach der Entwicklung quadratische Fotos abziehen lassen, meist im Format 9x9cm. Ich vermute mal, dass die hochbezahlten Anwälte von Polaroid alle jünger sind als ich :-), denn die erste Erfolgswelle von Polaroid begann erst Ende der 70er Jahre. Und wenn man dann noch weiter in die Geschichte der Fotografie zurück blickt, sieht man, dass s/w-Fotos mit weißem Rand, teilweise wellig wie bei alten Postkarten, abgezogen wurden.