Wenn sich am Telefon etwa ein gewisser Max Mustermann meldet, um einen Stromvertrag zu verkaufen, dürfte der ein oder andere wohl kritisch werden – der Verdacht liegt nahe, dass der Anrufer seine tatsächliche Identität wohl verdeckt. Wie sich nun zeigt, sollten sich auch die werbenden Unternehmen hier in Acht nehmen.
Im Eilverfahren hat das Oberlandesgericht Frankfurt am Main gerade über einen Fall entschieden, bei welchem es um die Namensnennung bei einem Werbetelefonat ging (AZ.: 6 U 3/19). Grund für das Tätigwerden des Gerichts war die Tatsache, dass sich der anrufende Werber, der von einem Energieanbieter beauftragt worden war, mit einem falschen Namen gemeldet hat. Die Antragstellerin, deren Kundin mit dem Werbeanruf konfrontiert worden war, sah hierin einen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht im Rahmen einer Irreführung.
Der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung war durch das zuständige Landgericht Darmstadt zunächst zurückgewiesen worden: Die unwahre Aussage des Anrufers sei nicht geeignet, die geschäftliche Entscheidung der Kundin der Antragstellerin zu beeinträchtigen. Da der anrufende Werber immer unter dem gleichen Pseudonym auftreten würde, sei eine spätere Identifizierbarkeit ohne weitere Probleme gegeben, und ob nun immer der echte Name oder immer dasselbe Pseudonym genannt werde, mache keinen Unterschied.
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da sich das Urteil lediglich auf Werbeanrufe bezieht, kann zu dem von Ihnen genannten Fall keine Äußerung getätigt werden. Rufen Sie bereits mit dem Vorhaben an, ein bestimmtes Produkt, zu bestimmten Konditionen zu erwerben, so hätten Sie allerdings bereits die geschäftliche Entscheidung getroffen. In dem Fall geht es aber darum, dass der Kunde überhaupt erst zu einer geschäftlichen Entscheidung verleitet wird.
Beste Grüße,
die Redaktion
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Heißt das jetzt, das z.B. bei so großen Firmen wie Unitymedia, Telekom, Amazon usw.. die Telefon-Mitarbe iter (also Kundendienst, Support) sich immer mit echten Namen vorstellen müssen? Ich meine jetzt in meinem Fall, das ICH der Jenige bin, der dort anruft. Also nicht Werbeanrufe von einem "Fremden"
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