Support & Hilfe
Newsletter Bei uns werben

Widerrufsbutton: Ich kann den Widerruf nicht zuordnen, was nun?

Veröffentlicht: 10.07.2026
imgAktualisierung: 10.07.2026
Geschrieben von: Yvonne Bachmann
Lesezeit: ca. 1 Min.
10.07.2026
img 10.07.2026
ca. 1 Min.
Person unbekannt
IgorVetushko / Depositphotos.com
Wenn Kunden beim Online-Widerruf andere, missverständliche oder zu wenig Daten angeben, beginnt für Händler das Rätselraten.


Was passiert, wenn ein Widerruf über den seit Kurzem angebotenen Widerrufsbutton eintrudelt, der im System jedoch keiner Bestellung zugeordnet werden kann? Ein Blick auf die rechtlichen Pflichten zeigt: Einfach abwarten und die Sache auf sich beruhen lassen, ist für Händlerinnen und Händler keine Option.

Pflicht zur aktiven Kontaktaufnahme

Weichen die Angaben im Formular ab, etwa weil eine andere Mail-Adresse als bei der Bestellung genutzt wurde oder mehrere identische Käufe innerhalb der Frist liefen, stehen Shop-Betreiber vor einem Rätsel.

In solchen Fällen darf der Widerruf nicht einfach ad acta gelegt werden. Der Shop ist vielmehr in der Pflicht, den Sachverhalt aufzuklären. Wenn eine eindeutige Zuordnung unmöglich ist, muss unverzüglich eine Nachfrage beim Absender erfolgen. Hierzu ist die beim Absenden des Widerrufs hinterlegte E-Mail-Adresse oder das genannte Kommunikationsmittel zu nutzen. Ein Aussitzen des Problems aufgrund unvollständiger Kundenangaben ist rechtlich nicht zulässig.

Für die E-Commerce-Branche bedeutet diese Vorgabe vor allem eines: zusätzlichen manuellen Aufwand in der Retourenabwicklung. 

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 10.07.2026
img Letzte Aktualisierung: 10.07.2026
Lesezeit: ca. 1 Min.
Artikel weiterempfehlen
Yvonne Bachmann

Yvonne Bachmann

Yvonne bringt juristische Klarheit in komplexe Fragen – zu Abmahnungen, EU-Recht, Wettbewerbsregeln und Urheberrechtsfragen.

KOMMENTARE
4 Kommentare
Kommentar schreiben

Peter
15.07.2026

Antworten

Interessant wird es ja erst, wenn sich in die beim Widerruf angegebene E-Mail-Adresse ein Fehler einschleicht. Der Kunde erhält keine automatische Bestätigung und eine Kontaktaufnahme ist auch (meist) nicht möglich. Was dann? Gilt der Widerruf oder verstreicht die Frist dann?
Redaktion
21.07.2026
Es kommt darauf an, ob der Händler den Widerruf trotz der fehlerhaften E-Mail-Adresse dem Kunden zuordnen kann. Ist das möglich, ist die falsche E-Mail-Adresse in der Regel unschädlich.
Kann der Händler den Widerruf dagegen keiner Bestellung zuordnen und ist auch keine Kontaktaufnahme mit dem Kunden möglich, trägt grundsätzlich der Kunde das Risiko. Er muss seinen Widerruf so erklären, dass der Händler ihn einer konkreten Bestellung zuordnen und bearbeiten kann.
Jay
13.07.2026

Antworten

Pflicht zur aktiven Kontaktaufnahme - Ja genau. Die "rechtliche" Situation und die Realität liegen wie immer weit auseinander. Nein, ich nehme keinen Kontakt auf. Kostet mich nur Zeit und Geld, für die Blödheit des Kunden. Der Widerruf wird automatisch beantwortet - ich spreche nur für den E Commerce. Sendet der Kunde die Ware nicht zurück, dann bekommt er auch kein Geld zurück. So einfach ist das. Da muss ich nicht sinnlos Zeit verschwenden um dem hinterher zu rennen. Denn wenn ich eins gelernt habe, man hat nichts davon, sich mit Menschen rumzuärgern die ihre eigenen 3 Kontaktdaten nichtmal sauber eintragen können.
Max Sonntag
13.07.2026
Genau so. Wir haben schon seit Jahren ein elektronisches Widerrufsformular in unserem Shop und die dort eingegangen Widerrufe werden automatisch beantwortet. Erst wenn dann die Ware tatsächlich eintrifft, befassen wir uns damit. Genau so wird das auch weiterhin gemacht, denn unsere Zeit ist ein kostbares Gut.