Der Widerrufsbutton muss bis zum 19. Juni 2026 umgesetzt werden und zwei Tage vor der Angst kommen insbesondere Händler:innen auf Etsy noch mal so richtig ins Schwitzen.
Unterschiedliche Aussagen von Etsy
Wie wahrscheinlich eine fristgerechte Umsetzung ist, wird derzeit unterschiedlich bewertet. Der Podcast „Kassenklingeln“ berichtet, Etsy habe inzwischen schriftlich mitgeteilt, man plane, die erforderlichen Funktionen rechtzeitig zum Stichtag am 19. Juni 2026 bereitzustellen. Eine Garantie sei dies zwar nicht, die Aussage wird dort aber als positives Signal gewertet.
Gleichzeitig kursieren in sozialen Netzwerken deutlich zurückhaltendere Aussagen. In einer Facebook-Gruppe für Etsy-Verkäufer:innen veröffentlichte eine Nutzerin die Antwort eines Etsy-Supportmitarbeiters. Darin heißt es, es lägen aktuell keine konkreten Informationen dazu vor, ob zum 19. Juni 2026 ein Widerrufsbutton auf der Plattform bereitgestellt werde. Eine Bestätigung für die Umsetzung könne der Support daher nicht geben.
Eine offizielle Stellungnahme von Etsy gibt es bislang nicht. Auch eine Anfrage von OnlinehändlerNews blieb bisher unbeantwortet. Händler:innen müssen sich daher weiterhin auf widersprüchliche Informationen aus verschiedenen Quellen verlassen.
Was bedeutet das konkret für Marktplatzhändler:innen?
Die Pflicht zur Bereitstellung eines Widerrufsbuttons gilt ab dem 19. Juni 2026. Während Betreiber:innen eigener Online-Shops die erforderlichen Anpassungen selbst vornehmen können, sind Händler:innen auf Marktplätzen darauf angewiesen, dass die Plattform die technischen Voraussetzungen rechtzeitig schafft.
Erfolgt die Umsetzung nicht fristgerecht, besteht zumindest das Risiko wettbewerbsrechtlicher Abmahnungen. Gleichzeitig dürfte es für viele Händler:innen wirtschaftlich kaum praktikabel sein, ihre Angebote vorsorglich zu deaktivieren, bis eine Lösung bereitsteht.
Am Ende stehen betroffene Händler:innen damit vor einer Risikoabwägung, die sie eigentlich nicht treffen müssten. Mehr Klarheit hätte Etsy schaffen können, indem sich die Plattform frühzeitig mit den neuen gesetzlichen Anforderungen auseinandersetzt und transparent über den Stand der Umsetzung informiert.
Artikelbild: http://www.depositphotos.com
Sandra May
Sandra beleuchtet Streitfälle im E-Commerce: von rechtlichen Fallstricken über Urheberrecht bis hin zu Influencer:innen und Wettbewerbsklagen.
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