Influencer:innen sollen 300 Millionen Euro Steuern hinterzogen haben

Veröffentlicht: 15.07.2025
imgAktualisierung: 15.07.2025
Geschrieben von: Hanna Hillnhütter
Lesezeit: ca. 2 Min.
15.07.2025
img 15.07.2025
ca. 2 Min.
Influencerin
ZigicDrazen / Depositphotos.com
Ein spezielles „Influencer-Team“ des Landesamts für Bekämpfung der Finanzkriminalität ermittelte in 200 Fällen.


Steuerfahnder aus NRW ermitteln in 200 Fällen gegen Influencer:innen, die Steuern im Wert von insgesamt 300 Millionen Euro hinterzogen haben sollen, wie das Handelsblatt berichtet. Dabei wurde ein Paket mehrerer Social-Media-Plattformen mit 6.000 Datensätzen untersucht und analysiert. Neben NRW sollen auch andere Bundesländer betroffen sein. 

LBF spricht von „hoher krimineller Energie“

„Ziel der Ermittlungen sind professionelle Influencer, die ihre steuerlichen Pflichten mit hoher krimineller Energie umgehen“, so das Landesamt für Bekämpfung der Finanzkriminalität NRW (LBF). Seit diesem Jahr ist hier die gesamte nordrhein-westfälische Steuerfahndung mit rund 1.200 Expert:innen vereint. Innerhalb des LBF wurde dann ein „Influencer-Team“ gegründet, um Steuerhinterziehung in dieser Berufsgruppe genauer unter die Lupe zu nehmen.

Ins Visier genommen wurden dabei vor allem die „großen Fische“, die mehrere Zehntausend Euro monatlich verdienen und nicht einmal eine Steuernummer haben. „Da geht es nicht um Überforderung mit plötzlichem Ruhm, sondern um immense Steuerhinterziehung mit Wissen und Willen“, so Behördenleiterin Stephanie Thien. 

Aufwendige Ermittlungen in 200 Verfahren

Die Tatsache, dass einige der Content-Creator keinen festen Wohnsitz in Deutschland haben, sorgt für aufwendige Ermittlungen. Viele setzen sich ins Ausland ab, um dem Finanzamt zu entgehen, vor allem Dubai ist ein beliebtes Ziel. 

Die Beweisführung ist außerdem schwierig, wenn die Influencer-Werbung nicht in einem dauerhaften Beitrag umgesetzt wurde, sondern in einer Story, die nach 24 Stunden wieder verschwindet. 

Das LBF führt bereits 200 Verfahren gegen Influencer:innen, die in NRW leben, die neuesten Daten sind dabei noch nicht mal mit eingerechnet. Im Durchschnitt geht es dabei um fünfstellige Beträge, einige Personen sollen allerdings auch Steuern in Millionenhöhe hinterzogen haben. 

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 15.07.2025
img Letzte Aktualisierung: 15.07.2025
Lesezeit: ca. 2 Min.
Artikel weiterempfehlen
Hanna Hillnhütter

Hanna Hillnhütter

Hanna hat die juristischen Entwicklungen im Blick – mit Fokus auf Abmahnungen, Wettbewerbsrecht und aktuelle EU-Verordnungen.

KOMMENTARE
3 Kommentare
Kommentar schreiben

HZZ
16.07.2025

Antworten

Die angebliche Höhe glaube ich nicht. Wird immer alles reißerisch aufgeputscht und hinterher sind es nur 10 Prozent davon. Erstmal sind doch alle Influencer verdächtig, und dann?? Bleibt nicht viel übrig.
JL
16.07.2025

Antworten

Mal ne doofe Frage: die Influencer bekommen doch das viele Geld von Firmen, die hier in D steuerpflichtig sind. Überweisen die das Geld denn ohne ordentliche Rechnung - also so mit Rechnungsadresse, Steuernummer, Mehrwertsteuerausweis, etc.?! Ich steh da irgendwie auf dem Schlauch - und werd von unserem Steuerberater wegen jedem Kleckerbetrag getrietzt, der nicht ordentlich belegt, ins DATEV hochgeladen und anständig versteuert werden kann....
Redaktion
17.07.2025
Hallo JL, wie genau die Steuerhinterziehung abgelaufen ist, darüber haben wir bisher keine Information. Mit Sicherheit gibt es da nicht die eine pauschale Vorgehensweise. Viele Grüße die Redaktion