Wie Online-Händler:innen sich vor Identitätsdiebstahl auf Instagram & Co. schützen

Veröffentlicht: 15.05.2025
imgAktualisierung: 15.05.2025
Geschrieben von: Sandra May
Lesezeit: ca. 3 Min.
15.05.2025
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Goldfisch mit Hai-Maske und Hai mit Goldfisch-Maske schwimmen sich unter Wasser gegenüber.
rfphoto / Depositphotos.com
Fake-Profile auf Social Media bedrohen Shops. Wie Händler:innen rechtlich gegen Identitätsdiebstahl und Markenmissbrauch vorgehen können.


Ein Instagram-Shop für handgemachte Accessoires – plötzlich taucht ein identisches Profil auf, kopiert Bilder und kassiert Geld für nie verschickte Ware. Ein typischer Fall von Identitätsdiebstahl, der gerade kleine Händler teuer zu stehen kommen kann.

Social-Media-Plattformen wie TikTok, Instagram oder Facebook zählen mittlerweile zu den wichtigsten Kanälen für den digitalen Vertrieb. Besonders im E-Commerce werden sie intensiv zur Kundengewinnung, Markenbildung und Produktpräsentation genutzt. Gleichzeitig steigt jedoch auch die Gefahr durch sogenannte Fake-Profile. Sie geben sich als reale Unternehmen aus und kopieren Inhalte. Dadurch kann ein erheblicher wirtschaftlicher Schaden entstehen und die Reputation leiden.

Gerade kleine und mittlere Online-Shops sind häufig betroffen. Das Kopieren eines Auftritts durch Dritte kann Kund:innen in die Irre führen, das Vertrauen in die Marke beschädigen und sogar rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen – etwa durch unerlaubte Verwendung urheberrechtlich geschützter Inhalte oder durch betrügerische Aktivitäten im Namen des Unternehmens.

Welche Rechte haben Händler:innen bei Fake-Profilen?

Im Kampf gegen Fake-Profile stehen Online-Händler:innen verschiedene rechtliche Ansätze zur Verfügung. Das allgemeine Persönlichkeitsrecht schützt nicht nur Privatpersonen, sondern unter bestimmten Voraussetzungen auch Unternehmen – etwa dann, wenn das Ansehen gezielt geschädigt oder die geschäftliche Identität missbraucht wird.

Zusätzlich greift das Namensrecht (§ 12 BGB), wenn die Unternehmensbezeichnung unbefugt verwendet wird. Auch das Urheberrecht gibt betroffenen Händler:innen Rückendeckung, insbesondere bei der unrechtmäßigen Verwendung von Bildern, Logos oder Texten. Liegt ein solcher Verstoß vor, besteht ein Anspruch auf Unterlassung und ggf. Schadensersatz.

Plattformbetreiber sind zudem verpflichtet, rechtswidrige Inhalte nach Kenntnisnahme unverzüglich zu entfernen. Die rechtliche Grundlage dafür bildet unter anderem das Telemediengesetz sowie die EU-rechtliche Plattformregulierung.

So reagierst du bei Fake-Profilen

Im Fall eines entdeckten Fake-Profils empfiehlt sich zunächst eine sorgfältige Dokumentation aller relevanten Inhalte. Dazu zählen Screenshots der Profilseite, veröffentlichte Beiträge sowie der Zeitpunkt der Feststellung. Diese Nachweise sind insbesondere für mögliche rechtliche Schritte essenziell.

Im Anschluss sollte das betreffende Profil über die Meldefunktion der jeweiligen Plattform gemeldet werden. TikTok, Instagram, Facebook und andere Netzwerke bieten hierfür spezielle Kategorien wie „Identitätsnachahmung“ an. Ergänzend kann die Plattform direkt kontaktiert und zur Löschung des Profils aufgefordert werden.

Bleibt eine Reaktion aus oder erfolgt keine Löschung, besteht die Möglichkeit, eine anwaltliche Abmahnung aussprechen zu lassen oder gerichtliche Schritte einzuleiten. In schweren Fällen, etwa bei Betrugsversuchen, kann auch eine Strafanzeige wegen Identitätsmissbrauchs oder Urkundenfälschung sinnvoll sein.

Prävention: Schutzmaßnahmen für Unternehmen

Zur Vorbeugung gegen Fake-Profile empfiehlt sich der Aufbau einer klaren digitalen Identität. Die Anmeldung der Marke beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) erleichtert spätere rechtliche Durchsetzungen erheblich. Ein professioneller Markenauftritt auf den eigenen Social-Media-Kanälen – etwa durch Verifizierung oder einheitliche Kommunikation – hilft Nutzer:innen, echte von gefälschten Profilen zu unterscheiden.

Darüber hinaus kann der Einsatz von Monitoring-Tools hilfreich sein, um frühzeitig Fälschungen oder Nachahmungen zu erkennen. Auch regelmäßige manuelle Überprüfungen relevanter Plattformen sind sinnvoll, insbesondere bei steigender Sichtbarkeit des Unternehmens.

Fazit

Fake-Profile auf Social Media stellen ein ernstzunehmendes Risiko für den Online-Handel dar. Sie gefährden nicht nur das Vertrauen der Kundschaft, sondern können auch rechtliche und wirtschaftliche Konsequenzen nach sich ziehen. Wer klare Markenkennzeichen nutzt, die eigenen Kanäle professionell betreibt und bei Fälschungen zügig reagiert, kann die Risiken deutlich reduzieren. Plattformbetreiber sind in der Pflicht, rechtswidrige Inhalte zu entfernen – auf Grundlage dokumentierter Verstöße lassen sich entsprechende Löschungen rechtssicher durchsetzen.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 15.05.2025
img Letzte Aktualisierung: 15.05.2025
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Sandra May

Sandra May

Sandra beleuchtet Streitfälle im E-Commerce: von rechtlichen Fallstricken über Urheberrecht bis hin zu Influencer:innen und Wettbewerbsklagen.

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