Ein Instagram-Shop für handgemachte Accessoires – plötzlich taucht ein identisches Profil auf, kopiert Bilder und kassiert Geld für nie verschickte Ware. Ein typischer Fall von Identitätsdiebstahl, der gerade kleine Händler teuer zu stehen kommen kann.
Social-Media-Plattformen wie TikTok, Instagram oder Facebook zählen mittlerweile zu den wichtigsten Kanälen für den digitalen Vertrieb. Besonders im E-Commerce werden sie intensiv zur Kundengewinnung, Markenbildung und Produktpräsentation genutzt. Gleichzeitig steigt jedoch auch die Gefahr durch sogenannte Fake-Profile. Sie geben sich als reale Unternehmen aus und kopieren Inhalte. Dadurch kann ein erheblicher wirtschaftlicher Schaden entstehen und die Reputation leiden.
Gerade kleine und mittlere Online-Shops sind häufig betroffen. Das Kopieren eines Auftritts durch Dritte kann Kund:innen in die Irre führen, das Vertrauen in die Marke beschädigen und sogar rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen – etwa durch unerlaubte Verwendung urheberrechtlich geschützter Inhalte oder durch betrügerische Aktivitäten im Namen des Unternehmens.
Welche Rechte haben Händler:innen bei Fake-Profilen?
Im Kampf gegen Fake-Profile stehen Online-Händler:innen verschiedene rechtliche Ansätze zur Verfügung. Das allgemeine Persönlichkeitsrecht schützt nicht nur Privatpersonen, sondern unter bestimmten Voraussetzungen auch Unternehmen – etwa dann, wenn das Ansehen gezielt geschädigt oder die geschäftliche Identität missbraucht wird.
Zusätzlich greift das Namensrecht (§ 12 BGB), wenn die Unternehmensbezeichnung unbefugt verwendet wird. Auch das Urheberrecht gibt betroffenen Händler:innen Rückendeckung, insbesondere bei der unrechtmäßigen Verwendung von Bildern, Logos oder Texten. Liegt ein solcher Verstoß vor, besteht ein Anspruch auf Unterlassung und ggf. Schadensersatz.
Plattformbetreiber sind zudem verpflichtet, rechtswidrige Inhalte nach Kenntnisnahme unverzüglich zu entfernen. Die rechtliche Grundlage dafür bildet unter anderem das Telemediengesetz sowie die EU-rechtliche Plattformregulierung.
So reagierst du bei Fake-Profilen
Im Fall eines entdeckten Fake-Profils empfiehlt sich zunächst eine sorgfältige Dokumentation aller relevanten Inhalte. Dazu zählen Screenshots der Profilseite, veröffentlichte Beiträge sowie der Zeitpunkt der Feststellung. Diese Nachweise sind insbesondere für mögliche rechtliche Schritte essenziell.
Im Anschluss sollte das betreffende Profil über die Meldefunktion der jeweiligen Plattform gemeldet werden. TikTok, Instagram, Facebook und andere Netzwerke bieten hierfür spezielle Kategorien wie „Identitätsnachahmung“ an. Ergänzend kann die Plattform direkt kontaktiert und zur Löschung des Profils aufgefordert werden.
Bleibt eine Reaktion aus oder erfolgt keine Löschung, besteht die Möglichkeit, eine anwaltliche Abmahnung aussprechen zu lassen oder gerichtliche Schritte einzuleiten. In schweren Fällen, etwa bei Betrugsversuchen, kann auch eine Strafanzeige wegen Identitätsmissbrauchs oder Urkundenfälschung sinnvoll sein.
Prävention: Schutzmaßnahmen für Unternehmen
Zur Vorbeugung gegen Fake-Profile empfiehlt sich der Aufbau einer klaren digitalen Identität. Die Anmeldung der Marke beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) erleichtert spätere rechtliche Durchsetzungen erheblich. Ein professioneller Markenauftritt auf den eigenen Social-Media-Kanälen – etwa durch Verifizierung oder einheitliche Kommunikation – hilft Nutzer:innen, echte von gefälschten Profilen zu unterscheiden.
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