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Handel drängt auf Sonntagsöffnung – „Gesetz von vorgestern“

Veröffentlicht: 06.07.2026
imgAktualisierung: 06.07.2026
Geschrieben von: Tina Plewinski
Lesezeit: ca. 1 Min.
06.07.2026
img 06.07.2026
ca. 1 Min.
Einkaufsstraße in Deutschland: Geschäfte in Düsseldorf
veloliza / Depositphotos.com
Nach längeren Sonntagsöffnungszeiten für Bäckereien fordern Verbände nun auch mehr Spielraum für den gesamten Einzelhandel.


Die geplante Ausweitung der Sonntagsarbeit für Bäckereien und Konditoreien ruft den Einzelhandel auf den Plan: Handelsverbände fordern, die Sonntagsöffnung nicht nur für einzelne Branchen zu lockern, sondern auch stationären Händlern mehr Flexibilität zu ermöglichen.

Innenstädte sollen attraktiver werden

Hintergrund sind Reformpläne der Bundesregierung: Bäckereien und Konditoreien soll es in Zukunft möglich werden, die Mitarbeitenden sowohl an Sonn- als auch an Feiertagen bis zu acht Stunden einzusetzen. Der Vorstoß könnte gerade im Handel als potenzielles Signal verstanden werden, bestehende Regelungen zu Ladenöffnungszeiten neu zu überdenken.

HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth argumentiert etwa, dass Einkaufen als „Freizeiterlebnis“ zu verstehen sei. Sonntagsöffnungen im Handel könnten entsprechend dazu beitragen, „Innenstädte attraktiv und lebendig zu halten“, kommentierte er laut Zeit gegenüber der Bild-Zeitung.

Kritik an veralteten Regelungen

Auch regionale Handelsvertreter sehen Reformbedarf. Kritisiert wird vor allem, dass Sonntagsöffnungen bislang meist an besondere Anlässe gebunden sind und Kommunen rechtssichere Genehmigungen nur schwer erteilen können. Im Wettbewerb mit dem jederzeit verfügbaren Online-Handel wirke das bestehende Regelwerk aus Sicht der Verbände zunehmend überholt.

„Wer in Deutschland sonntags ein Hemd verkauft, macht sich strafbar. Das ist im Online-Zeitalter von vorgestern“, sagte Nils Busch-Petersen, Geschäftsführer des Handelsverbands Berlin-Brandenburg. Auch nach Sachsens Handelsverbandschef René Glaser sei eine Gesetzesänderung dringend erforderlich.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 06.07.2026
img Letzte Aktualisierung: 06.07.2026
Lesezeit: ca. 1 Min.
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Tina Plewinski

Tina Plewinski

Tina fokussiert sich auf Amazon, Marketingstrategien und digitale Plattformen – inklusive der Schattenseiten wie Online-Kriminalität.

KOMMENTARE
5 Kommentare
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EH
08.07.2026

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Ich bin im Einzelhandel tätig und erlebe das geänderte Kaufverhalten tagtäglich. Eine Verlängerung der Öffnungszeiten führt nicht zu einem höheren Umsatz, zusätzliche Verkaufstage, wie ein Verkaufsoffener Sonntag, verteilen die identische Kaufkraft nur auf mehr Tage. Heißt, Kunden, die am Sonntag einkaufen kommen, fehlen in der Woche und andersherum. Schon die langen Öffnungszeiten unter der Woche rechnen sich kaum. Natürlich deckt der Arbeitgeber dies mit dem vorhandenen Personal ab und stellt nicht zusätzlich ein. Da der Umsatz nicht im gleichen Verhältnis steigen wird, wie die angebotenen Verkaufstage, bleibt ihm gar nichts anderes übrig. Die Leidtragenden sind die Mitarbeiter im Einzelhandel und ihre Familien. Eine 7-Tage-Woche im Einzelhandel wäre keine Verbesserung, sondern ein großer Schritt zurück in die Vergangenheit.
Marques
08.07.2026
Ich sehe das anders. Ich finde, dass ein generelles Sonntagsöffnungsverbot im Einzelhandel eher veraltet ist. Unsere Gesellschaft und unsere Arbeitswelt haben sich verändert, und viele Menschen wünschen sich mehr Flexibilität beim Einkaufen. Wichtig ist dabei nicht, Beschäftigte zu benachteiligen, sondern faire Regelungen zu schaffen – mit freiwilligen Arbeitszeiten, angemessener Bezahlung und ausreichendem Schutz für die Mitarbeitenden.
JS
07.07.2026

Antworten

Meine Frau und ich sind beide in Vollzeit berufstätig und wohnen auf dem Land. Der einzige Tag, an dem wir wirklich Zeit hätten um in Geschäften Einkaufen zu gehen ist der Samstag. Wäre das auch am Sonntag möglich, würden wir sicherlich wieder mehr vor lokal einkaufen, denn obwohl ich berufsbedingt E-Commerce grundsätzlich toll finde, viele Sachen möchte ich eigentlich gerne vor Ort in einem Geschäft anprobieren und ggf. ein paar Fragen beantwortet haben. Vor 50 Jahren war das anders, da war es ja noch der Regelfall das nur eine Person im Haushalt in der Woche arbeitet und die andere auch Zeit hat in der Woche Geschäfte aufzusuchen.
cf
07.07.2026

Antworten

Meinung: Prima Idee und unser Bundeskanzler findet das doch sicher auch gut, wenn die Leute mal mit diesem Wochenend-Ausruh-Verhalten aufhören, schließlich müssen WIR das Land wieder wirtschaftlich fit machen. Also: Ab jetzt alle auch Sonntags zur Arbeit - das füllt auch die Staatskassen mit neuen Steuereinnahmen, sicher in Milliardenhöhe... Aber warte, wenn alle Sonntags arbeiten, wer hat dann Zeit in die Stadt zu gehen? Und wenn wir noch mehr Steuern zahlen, wer hat dann noch Geld um dieses Sonntags auszugeben? Vielleicht sollten wir besser den Quatsch mit den Nachtruhezeiten lassen und auch Nachts die Geschäfte öffnen, dann können die, die tagsüber arbeiten Nachts in den Innenstädten das nicht vorhandene Geld ausgeben.... Wie man es dreht und wendet, irgendwie scheint das keine wirkliche Lösung herbei zu führen, oder was denkt ihr?
Hans Peter
07.07.2026
Deshalb muss kein Arbeitnehmer mehr arbeiten. In anderen freien Marktwirtschaften funktioniert das auch. Das „Geschrei“ erinnert mich an die Änderung der Ladenöffnungszeiten am "langen Donnerstag". Und heute haben wir jeden Werktag diesen langen Donnerstag und gerade die, die am meisten dagegen geschrien haben, gehen heute am liebsten nach 20:00 Uhr einkaufen.