Die geplante Ausweitung der Sonntagsarbeit für Bäckereien und Konditoreien ruft den Einzelhandel auf den Plan: Handelsverbände fordern, die Sonntagsöffnung nicht nur für einzelne Branchen zu lockern, sondern auch stationären Händlern mehr Flexibilität zu ermöglichen.
Innenstädte sollen attraktiver werden
Hintergrund sind Reformpläne der Bundesregierung: Bäckereien und Konditoreien soll es in Zukunft möglich werden, die Mitarbeitenden sowohl an Sonn- als auch an Feiertagen bis zu acht Stunden einzusetzen. Der Vorstoß könnte gerade im Handel als potenzielles Signal verstanden werden, bestehende Regelungen zu Ladenöffnungszeiten neu zu überdenken.
HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth argumentiert etwa, dass Einkaufen als „Freizeiterlebnis“ zu verstehen sei. Sonntagsöffnungen im Handel könnten entsprechend dazu beitragen, „Innenstädte attraktiv und lebendig zu halten“, kommentierte er laut Zeit gegenüber der Bild-Zeitung.
Kritik an veralteten Regelungen
Auch regionale Handelsvertreter sehen Reformbedarf. Kritisiert wird vor allem, dass Sonntagsöffnungen bislang meist an besondere Anlässe gebunden sind und Kommunen rechtssichere Genehmigungen nur schwer erteilen können. Im Wettbewerb mit dem jederzeit verfügbaren Online-Handel wirke das bestehende Regelwerk aus Sicht der Verbände zunehmend überholt.
„Wer in Deutschland sonntags ein Hemd verkauft, macht sich strafbar. Das ist im Online-Zeitalter von vorgestern“, sagte Nils Busch-Petersen, Geschäftsführer des Handelsverbands Berlin-Brandenburg. Auch nach Sachsens Handelsverbandschef René Glaser sei eine Gesetzesänderung dringend erforderlich.
Artikelbild: http://www.depositphotos.com
Tina Plewinski
Tina fokussiert sich auf Amazon, Marketingstrategien und digitale Plattformen – inklusive der Schattenseiten wie Online-Kriminalität.
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