GPSR: Neue Pflichten belasten Händler stark

Veröffentlicht: 19.02.2025
imgAktualisierung: 19.02.2025
Geschrieben von: Tina Plewinski
Lesezeit: ca. 2 Min.
19.02.2025
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ca. 2 Min.
GPSR-Schriftzug auf einem Monitor, der in einem Büro steht
Erstellt mit DALL-E
Wie empfinden Seller die neuen Anforderungen durch die GPSR? Eine kurze OHN-Umfrage gibt Einblicke in die Stimmung.


Der hiesige Online-Handel erlebte Ende vergangenen Jahres einen Stresstest besonderen Ausmaßes: Mit Inkrafttreten der Produktsicherheitsverordnung (GPSR) mussten Händlerinnen und Händler neue Pflichten erfüllen, Informationen hinterlegen, Angebote anpassen. Erklärtes Ziel der Verordnung ist es, Verbraucherinnen und Verbraucher besser zu schützen und mögliche Gefahren einzuschränken. 

Insbesondere in der Phase der Umstellung gab es vonseiten der Händlerinnen und Händler viele Fragen und Rückmeldungen, denen sich entnehmen ließ, dass mit den neuen Pflichten auch große Unsicherheit und viel Druck verbunden war. Um Näheres über die aktuelle Lage bei den Sellern – zwei Monate nach dem Inkrafttreten den GPSR – zu erfahren, haben wir jüngst eine kurze Umfrage durchgeführt.

Produktsicherheit – der Druck ist geblieben

Die Antworten zeichnen ein deutliches Stimmungsbild aus der Branche: Eine große Mehrheit der insgesamt 1.041 Teilnehmenden sieht sich demnach durch die GPSR weiterhin einem spürbaren Mehraufwand im Arbeitsalltag ausgesetzt. Dies betrifft 726 Personen und somit rund 70 Prozent. Der Anteil jener Branchen-Player, auf den die neuen Regelungen keine Auswirkungen haben, beschränkt sich auf nicht einmal acht Prozent. 

Leicht über diesem Prozentsatz liegt sogar der Anteil jener Personen, die sich der Umfrage zufolge noch nicht mit der Thematik Produktsicherheitsverordnung auseinandergesetzt haben – und das, obwohl bei Verstößen potenziell Kontensperrungen auf Marktplätzen und teure Abmahnungen drohen. Mit 153 Teilnehmenden gaben fast 15 Prozent an, dass sie sich aktuell noch näher mit den Vorgaben beschäftigen und sich entsprechend durcharbeiten.

OHN-Umfrage zur GPSR

Das aktuelle Stimmungsbild deckt sich übrigens auch mit einer Umfrage, die der Händlerbund im November und Dezember vergangenen Jahres durchgeführt hatte. Von den mehr als 600 befragten Sellern gab damals die große Mehrheit an, dass sie als größte Hürde einerseits die praktische Umsetzung (74 Prozent), andererseits bestehende Unsicherheiten (73 Prozent), aber auch den zeitlichen Aufwand (71 Prozent) sieht.

Veröffentlicht: 19.02.2025
img Letzte Aktualisierung: 19.02.2025
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Tina Plewinski

Tina Plewinski

Tina fokussiert sich auf Amazon, Marketingstrategien und digitale Plattformen – inklusive der Schattenseiten wie Online-Kriminalität.

KOMMENTARE
9 Kommentare
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MiRa
20.02.2025

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Die grundlegende Idee ist nicht schlecht, die Umsetzung wie immer für die Tonne. Grundlegen sollten damit unsichere Produkte aus Fernost unterbunden werden. Wie sieht das nun in der Praxis aus, wenn man was in CN bestellt? Oft macht die Herstelelradresse in CN keinen Sinn oder ist in einem Gewerbepark irgendeine Firma. Der EU-Beauftragte ist irgendeine Briefkastenfirma, teilweise ohne Webauftritt. Nehmen wir nun den Fall an, dass ein Produkt einen Schaden verursacht oder gefährlich ist. Wie hoch ist da wohl die Chance jetzt als Verbraucher besser dazustehen? Genau: Null.
Walter Timo Panitz
20.02.2025

Antworten

wir stellen fest das sich viele Händler zu viel manuellen Aufwand machen, also mehr als eigentlich nötig. Des weiteren werden in den Onlineshops wesentliche Bereiche vergessen, die trotz des manuellen Aufwands zu einer Abmahnung führen können. Beispiel: Oft denken Shop Betreiber an die Artikelseite, vergessen aber die Kategorie Übersicht, oder Merk-, Wunschlisten etc. wo der Kunde auch bestellen kann, aber dort keine GPSR Hinweise sieht. Wir haben es für unsere Kunde so gelöst https://www.shop-moll.de/Kueche-Haushalt/Kochen-Braten/Pfannen/Lodge-Grillpfanne-26-x-26-cm_3
Richard Pfeiffer
11.03.2025
Hallo Herr Panitz, Hit Trading BV als Hersteller Angabe ist leider so nicht ok. Hier fehlt die Adresse und die Kontakt Möglichkeit. Vielleicht schauen Sie hier noch mal nach: https://www.haendlerbund.de/de/ratgeber/recht/produktsicherheitsverordnung. Mit freundlichen Grüßen R. P.
Claudia
19.02.2025

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Mein Shop ist eh nicht gerade groß, im Sommer kam dann ne Abmahnung wegen einer fehlenden Produktsicherheitsbeschreibung - eines Produktes welches bereits 10 Jahre so drinstand und noch nie verkauft wurde!!! Und jetzt die neuen GSPR Vorschriften. Ich kann gar nicht so viel essen wie ich k... möchte. Will sagen, meine Motivation mich nochmal ausführlich um den Webshop zu kümmern, geht gegen Minus 10, obwohl ich ein weiteres Online-Standbein neben dem Saisonbedingten Einzelhandel gut brauchen könnte. Kleinunternehmen werden damit plattgemacht. Wer soll mir die neuen Produktbeschreibungen einpflegen? Meine Reserven hat die bescheuerte Abmahnfirma und der reizende Rechtsanwalt bekommen. Bin schwer genervt.
MiRa
20.02.2025
Wichtig ist sich die Mandanten und andere Geschädigte genau anzuschauen. Bei mir hat ein Scheinmandant für 700€ Uhren im Shop und sein RA für insgesamt 14.000€ Uhrenverkäufer abgemahnt. Das ist ja auch so realistisch, dass ein Modegeschäft 14.000€ an den RA vorstreckt, um die Marktposition seiner Uhren im Gesamtwert von 700€ zu sichern.
Anne
19.02.2025

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Seit ich meine Produktbeschreibungen bei Etsy an die GPSR angepasst habe gehen meine Verkäufe gegen Null da jetzt jedes Produkt wie ein neu eingestelltes behandelt wird. Da kann ich gerade echt nur kotzen...Etsy ist übrigens in all euren Diskussionen noch gar nicht vorgekommen.
Norfried Baum
19.02.2025

Antworten

Die Arbeitsbelastung durch GPSR ist unzumutbar. Seit November sind wir beeinträchtigt das zu erfüllen auf Amazon, Ebay und auf der eigenen Webseite. Darunter leidet das Geschäft. Aufgaben bleiben liegen. Eine Zumutung war das im Weihnachtsgeschäft. Wärend die Bürokraten im Weihnachtsurlaub waren hatten wir Sonderstress. Wer bezahlt uns eigentlich die ungezählten Arbeitsstunden? Der Schaden Volkswirschaftlich ist immens! Ich habe eine Petition angestoßen. Bitte zeichnen: https://www.change.org/p/aussetzung-und-r%C3%BCcknahme-der-verordnung-%C3%BCber-die-allgemeine-produktsicherheit-gpsr
Markus
20.02.2025
Genau so sieht es bei uns auch aus... Wir sind effektiv vollkommen ausgelastet mit dem Tagesgeschäft, Personalmangel an allen Ecken und Enden und dann soll noch Zeit da sein, diesen bürokratistischen Wahnsinn umzusetzen für Hunderte verschiedene Produkte... Einfach schlichtweg unmöglich... Wir teilen die Petition für Rücknahme der Petition: https://chng.it/hX5TRqcGX4
Markus
19.02.2025

Antworten

Wem haben wir diesen bürokratistischen und größten Datenklau Skandal aller Zeiten überhaupt zu verdanken? Unserer doch so großartigen EU nehme ich doch stark an, die an allen Ecken und Enden nur noch bröckelt und von anderen Kontinenten ohnehin nicht mehr für Ernst genommen wird... Macht nur weiter so, die rechten Parteien reiben sich doch schon die Hände...