Kurzzeitkredite, Nullzins-Angebote oder „Buy now, pay later“ sind längst Teil des Alltags. Doch mit dem wachsenden Markt steigt auch das Risiko unbemerkter Überschuldung. Um Verbraucherinnen und Verbraucher besser zu schützen, hat die EU die neue Verbraucherkreditrichtlinie (EU) 2023/2225 beschlossen. Sie definiert strengere Regeln für alle Kreditarten – auch für Kleinstbeträge und zinsfreie Modelle.
In unserem FAQ beantworten wir die wichtigsten Fragen: Warum die Richtlinie eingeführt wurde, was sich für Verbraucher und Händler ändert und ab wann die neuen Vorgaben gelten.
Was ist die neue EU-Verbraucherkreditrichtlinie?
Die Richtlinie (EU) 2023/2225 ist ein EU-Gesetz aus dem Jahr 2023. Sie legt neue Mindeststandards für Verbraucherkredite fest.
Warum wird die Richtlinie eingeführt?
Immer mehr Menschen nutzen kurzfristige Kredite oder „Buy now, pay later“-Angebote. Dadurch steigt das Risiko einer schleichenden Überschuldung. Ziel der neuen Regeln ist es, Verbraucherinnen und Verbraucher besser zu schützen, Transparenz zu schaffen und faire Kreditvergaben sicherzustellen.
Ab wann gilt sie?
Die Richtlinie muss bis 20. November 2025 in deutsches Recht umgesetzt werden. Angewendet werden die neuen Regeln ab 20. November 2026.
Was ändert sich konkret?
Künftig gelten auch Kleinkredite bis 200 Euro, zins- und gebührenfreie Kredite, Kurzzeitkredite bis drei Monate und „Buy now, pay later“-Modelle als Verbraucherkredite. Damit greifen auch hier Informationspflichten, Widerrufsrechte und Bonitätsprüfungen.
Was gilt künftig als „richtiger Kredit“?
- Kleinkredite bis 200 Euro.
- Zins- und gebührenfreie Kredite.
- Kredite mit Laufzeiten bis 3 Monaten.
- „Buy now, pay later“-Angebote (z. B. Klarna, PayPal, Ratepay).
Diese Finanzierungen werden künftig rechtlich wie klassische Verbraucherkredite behandelt.
Welche Folgen hat das für Verbraucher?
- Mehr Schutz: Klare Regeln, Widerrufsrecht, Transparenz bei Kosten.
- Weniger Spontankäufe: Bonitätsprüfungen auch bei kleinen Beträgen könnten Käufe verzögern.
- SCHUFA-Eintrag möglich: BNPL-Zahlungsverzüge können künftig stärker ins Gewicht fallen.
Welche Folgen hat das für Online-Händler und Zahlungsdienste?
Für Online-Händler ist die Richtlinie eine Umstellung. Besonders kleinere Händler fürchten, dass zusätzliche Prüfpflichten den Kaufprozess erschweren. Einfache digitale Lösungen und Ausnahmen für risikoarme Zahlarten sollten deshalb geschaffen werden.
Artikelbild: http://www.depositphotos.com
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