Die Grenzen: Was Overlay-Tools nicht leisten können
Trotz ihres Potenzials stehen Overlay-Tools in der Fachwelt in die Kritik – nicht, weil sie grundsätzlich schlecht wären, sondern weil sie oft als vermeintliche Komplettlösung vermarktet werden. Dabei können sie nicht alle Anforderungen der digitalen Barrierefreiheit selbst erfüllen. Ein zentrales Problem ist beispielsweise die Generierung von Alternativtexten für Bilder. Es braucht daher in den meisten Fällen weiterhin eigenes Know-how, um einen sinnvollen, inklusiven Alternativtext zu formulieren – und auf die Webseite zu bringen.
Eine einfache Sprache, eine klare Gliederung oder verständliche Formulierungen sind weitere zentrale Bestandteile barrierefreier Inhalte. Diese lassen sich nicht per Overlay „hinzuschalten“. Auch die Strukturierung von Inhalten – etwa korrekt gesetzte Überschriften, Listen oder ARIA-Labels – kann durch ein Overlay allein nicht bewerkstelligt werden.
Viele Menschen mit Behinderungen sind zudem auf sogenannte assistive Technologien – darunter Screenreader, Vergrößerungssoftware oder Spezialtastaturen – angewiesen. Diese Hilfsmittel greifen ins Betriebssystem ein, um zu funktionieren. Experten wie die der Aktion Mensch vermelden dahingehend jedoch, dass Overlays häufig unerwartete Konflikte mit assistiven Technologien verursachen. Hinzu kommt ein weiterer wichtiger Punkt: Webseiten, die unter das BFSG fallen, müssen eine Barrierefreiheitserklärung vorhalten. Ein Punkt, den Tools nicht standardmäßig per Knopfdruck abbilden können.
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